Mitten in den Kriegswirren starb im Sommer 1942 im norditalienischen Padua der Kapuziner Leopold Mandic. Schon zu Lebzeiten galt er als Heiliger. der 12. Mai ist traditionell sein Gedenktag.

Im fernen Jahr 1866 in Montenegro als Kind kroatischer Eltern geboren war er früh in den Kapuzinerorden eingetreten und wurde in Venedig zum Priester geweiht. Die Hauptaufgabe Leopolds war das Hören der Beichte. Oft saß er fünfzehn Stunden täglich im Beichtstuhl, wo ihn Menschen aus allen Schichten aufsuchten. In Padua – das ist heute noch im dortigen Kapuzinerkloster sehen – war sein Beichtstuhl quasi auch der Ort, in dem er lebte. 30 Jahre lang. Augenzeugen berichten davon, wie der große Marienverehrer eine wundersame Gebetskraft entwickelte, offenbar die Gabe hatte, in die Herzen der Menschen zu blicken und seinen Beichtkindern gleichermaßen prophetisch wie milde erschien. Davon berichtet übrigens auch Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I. Das eigentliche Wunder, das Leopold Mandic erwirkte, war aber, dass die Tausenden von Menschen in diesem Beichtstuhl offensichtlich die Kraft fanden, sich wieder Gott hinzuwenden. In diesem Sinn ist der kleinwüchsige Kapuziner ein großer Verkünder geworden, der den Menschen den ihnen nicht oder nicht mehr bekannten Gott verkündet hat, wie es Paulus auch in Athen versucht. Die Athener – so erzählt die Apostelgeschichte (Tageslesung: Apg. 17,15.22 – 18,1) – sind weniger zugänglich als die Zeitgenossen von Leopold Mandic. Aber der Auftrag ist durch die Jahrtausende bis heute derselbe geblieben: “Gott, der über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen hat, lässt jetzt den Menschen verkünden, dass überall alle umkehren sollen” (Apg 17,30).

Hl. Leopold Mandic, bitte für uns.

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