Auferstehung ist Wirklichkeit und kein Wunschdenken. Auferstehung ist Aufstehen und Hinlaufen. Auferstehung ist, sich retten zu lassen. Eine Predigt in der Osternacht Liebe Brüder und Schwestern, „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden“ (Lk 24,6), sagen die beiden Engel
Auferstehung ist Wirklichkeit und kein Wunschdenken. Auferstehung ist Aufstehen und Hinlaufen. Auferstehung ist, sich retten zu lassen. Eine Predigt in der Osternacht
Liebe Brüder und Schwestern, „Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden“ (Lk 24,6), sagen die beiden Engel in leuchtenden Gewändern zu den ratlosen Frauen. Und Ratlosigkeit ist nicht nur verständlich, sie ist mit einem einigermaßen gesunden Hausverstand auch fast geboten. „Was ist jetzt noch?“, könnten wir unausgesprochen dazu-hören, obwohl es nicht dasteht.
Im Lukasevangelium ist es eine ganze Frauengruppe, die zum Grab aufgebrochen war. Und diese Frauen tun nichts anderes, als dass sie feststellen, was ist. Ohne die Dinge zu interpretieren. Sie erklären nichts. Die Frauen haben ihn erlebt, den Herrn, wie er Menschen geheilt und begeistert, also mit Geist erfüllt hat. Sie haben mit-erlebt, dass und wie er gestorben ist, und sie waren ziemlich sicher an jener Stelle dabei, wo er begraben worden ist. Jetzt ist das Grab leer. Und sie sind ratlos. Sie haben – so könnten wir sagen – keine Interpretation der Dinge. Oder für uns heutige Menschen schärfer formuliert: Die Frauen am Ostergrab sind das Gegenteil von Menschen, die immer schon alles gewusst haben, die es besser wissen als die anderen. Glaube beginnt mit dem einfachen Wahrnehmen dessen, was ist. Dieses Prinzip ist der Grund, warum der Evangelist sehr detailliert beschreibt, was die Frauengruppe tut.
„Petrus aber stand auf und lief zum Grab“ (Lk 24,12). Der Apostelfürst erweist sich einmal mehr als ein Champion der Hoffnung. Seine Hoffnung ist aber kein Wunschdenken. Petrus gehört nicht zu den Menschen, die sich einfach einreden könnten, dass Ungemach schon irgendwie gut werden wird. Er ist noch nicht einmal ein Optimist. Dafür ist der Fischer aus Galiläa viel zu bodenständig. Die Hoffnung des Petrus ist anders. Die Hoffnung des Petrus besteht darin, dass er es für möglich hält, dass da noch ein Plus, ein Mehr ist; Die petrinische Hoffnung besteht darin, dass mehr möglich sein könnte, als er sieht, hört oder denken kann. Es ist dieselbe Hoffnung, die ihn am Anfang dazu gebracht hatte, die Netze am Morgen nocheinmal auszuwerfen, obwohl er die ganze Nacht nichts gefangen hatte (Vgl. Lk 5,5). Es ist dieselbe Hoffnung, die ihn aufs Wasser springen lässt, obwohl ihm ziemlich sicher klar war, dass das keine besonders gute Idee ist (Vgl. Mt 14,22ff). Es ist diese Hoffnung, die ihn dazu führt zu sagen „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,16). Noch einmal: Das ist etwas anderes als Wunschdenken. Der Unterschied zwischen der Hoffnung des Petrus und dem Wunschdenken eines unverbesserlichen Optimisten ist, dass es beim Wunschdenker auf die Kraft des eigenen Wünschens ankommt. Petrus hingegen hat keine Kraft mehr die Welt zu verändern. Derjenige, der die Kraft hatte, die Welt zu verändern, ist Jesus, und diesen hat er kurz zuvor begraben. Alles, was Petrus am Ostermorgen bleibt, ist aufzustehen und hinzulaufen.
Petrus mahnt uns, mehr für möglich zu halten als wir sehen
In diesem Offenbleiben für die Möglichkeit eines göttlichen Mehr ist der Apostelfürst ein Vorbild bis heute. Für alle Gläubigen. Es ist eine der Funktionen seiner Nachfolger: Natürlich ist die erste Aufgabe des Petrusamtes die Sorge um die Einheit der Kirche. Gleich danach kommt aber dieses Aufstehen am Ostertag. Unabhängig von ihrem persönlichen Charakter sind des Petrus Nachfolger in dieser Perspektive zu verstehen. Das berühmte „Weide die Schafe“ am Ende des Joh meint nichts anderes als dass der Auftrag des Petrus darin besteht, uns zu erinnern, immer noch mehr für möglich zu halten als der Mensch gerade sieht, hört oder denkt.
Ein dritter Gedanke: Was wirklich bei der Auferstehung Jesu geschehen ist, lässt der Evangelist Lukas aus. Er erzählt das Begräbnis und gleich im Anschluss daran, dass die Frauen am leeren Grab stehen. Er kann es uns schlicht nicht beschreiben. Niemand kann Auferstehung erklären genausowenig wie irgendwer Gott begegnen kann. Deshalb sollten wir nicht zu abfällig über die Apostel urteilen, wenn sie die Erzählung der Frauen für „Geschwätz“ halten (Lk 24,11). Wir tun das vielfach bis heute. Auch viele Christen. Die alljährlich wiederkehrenden Diskussionen darüber, ob das Grab wirklich leer war oder ob die Auferstehung Jesu vielleicht eine andere, nicht ganz historische Wirklichkeit beschreiben würde, offenbart nichts anderes als die Hilflosigkeit der menschlichen Vorstellungskraft. Selbst der Evangelist Lukas – ganz ohne Zweifel einer der stärksten Intellektuellen unter den frühen Christen – lässt die Beschreibung aus, weil ihr keine Beschreibung gerecht werden würde. Ist das verdächtig? Ich würde sagen Nein: Man muss Gott nicht sehen, um zu wissen, dass er einen rettet. Das ist dieselbe Erfahrung der Israeliten, die am Roten Meer singen „weil er hoch und erhaben ist“ (Vgl. Ex 15,1). Der entscheidende Punkt ist nicht, dass wir dabei zuschauen, wie Gott arbeitet. Der entscheidende Punkt ist, dass wir zulassen und akzeptieren, dass Gott an uns arbeitet. Dass er uns rettet.
Mit unseren Schwierigkeiten zu seinem Kreuz drängen
Es gab gestern am Karfreitag in unserer Franziskanerkirche einen kurzen Augenblick, der mich blitzschnell getroffen und betroffen gemacht hat. Bei der Kreuzverehrung der Karfreitagsliturgie sind die Menschen – sind Sie alle – mehr oder weniger geordnet nach vorne gekommen. Zwischenzeitlich war sogar ein bisschen Gedränge. Vom Stuhl vorne aus erblickte ich einen Mann mit einer verdunkelten Brille. Ich kenne ihn nicht. Ich weiß auch nichts von ihm. Ich weiß gar nicht, ob er wenig sieht oder gar nichts sieht. Oder ob er sich einfach stützte. Das ist aber auch nicht so wichtig. Jedenfalls ließ er sich von einem Begleiter durch die Menge führen. Er wollte zum Kreuz vor dem Altar. Ich saß da hinten und dachte „Schau an, Herr, wie die Menschen zu Deinem Kreuz drängen“. Sogar wenn jemand wenig oder vielleicht gar nichts sehen kann, strengt er sich an, nach vor, zu deinem Kreuz zu kommen. Warum?, dachte ich mir. Als der Mann vor dem Kreuz stand, machte er ein Kreuzzeichen und bedeutete seinem Begleiter, dass er wieder gehen möchte. Gleichzeitig breitete sich ein erleichtertes Lächeln über sein Gesicht aus. Ich hoffe, Sie haben es nicht gemerkt, aber mir kamen fast die Tränen. Das ist das Ostererlebnis der Jünger: Wir spüren an der lächelnden Erleichterung wie die Freude Leben erweckt. Das ist der Paulus, liebe Sr. & Br., den wir in der Epistel gehört haben: „Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden“ (Röm 6,8) meint nicht nur die Ewige Freude im nächsten Leben. Das auch. Paulus erklärt uns eine Hoffnung für dieses Leben, nämlich, dass wir mit unseren Kreuzen zum Herrn und seinem Kreuz hindrängen können. Wir sollen hinlaufen zum Christus: Mit unseren Leiden, den Schwierigkeiten, den Kriegen, den Alltagsproblemen, der Einsamkeit. Weil er, der Christus, von allem, was abgetötet ist, die Endgültigkeit wegnimmt.
Mit den Frauen am Grab auch unsere Wirklichkeit anzunehmen, wie sie ist, ist Liebe (1). Wie Petrus sich aufmachen, weil es mehr gibt als das, was Menschen verstehen können, ist Hoffnung (2). Und mit unseren großen und kleinen Kreuzen zu ihm und seinem Kreuz zu drängen, das ist Glaube (3).
Dass der Auferstandene alles Leid verwandelt, können wir bisweilen spüren. Es ist manchmal „zum Greifen“: jedesmal dann, wenn irgendwo die österliche Freude einen Menschen ganz erfasst. Wie jenen Mann gestern hier in Salzburg vor dem Kreuz. Das sollen wir feiern. Dafür dürfen wir dankbar sein. Denn ein solches Lächeln ist unser Ton, mit dem wir einstimmen in den großen Chor der Engel, die im Himmel jubeln, mit dem wir einstimmen in den großen Chor der Gläubigen, die uns vorausgegangen sind zu Ewigen Freude:
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja. Amen.
Der Apostel Paulus schreibt den Römern von der Hoffnung, welche die ganze Schöpfung erfüllt. Das ist ein Ziel, das der Mensch nicht machen kann, zu dem er aber beitragen kann. Als Pilger der Hoffnung. Fastenpredigt am 21. März 2025 in der Franziskanerkirche Graz.
Lesung: Röm 8,18-30
18 Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. 19 Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. 20 Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin: 21 Denn auch sie, die Schöpfung, soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. 23 Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden. 24 Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung. Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? 25 Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. 26 So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. 27 Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist. Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. 28 Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind; 29 denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei. 30 Die er aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.
Hoffnung rettet Leben
Liebe Brüder & Schwestern, Wir können nicht sinnvoll über Hoffnung sprechen, ohne über „Hölle“ nachzudenken. Es ist wie bei den großen Filmstreifen: damit das Heldenhafte der Helden eindrücklicher erkennbar ist, verdeutlicht sich in der Geschichte zunächst eine schier unübersichtliche Menge an Gefahr, Rückschlägen oder Gewalt. Von der Hölle zu sprechen, zumal in einer Predigt, ist aus der Mode gekommen. In Zeitungen liest man zwar noch manchmal davon: als Redewendung oder literarischem Bild. Aber innerhalb der Kirche nicht. Grundsätzlich ist die Zurückhaltung angemessen: Zu oft in der Geschichte wurde mit Drohung von Höllenstrafen Schindluder getrieben, wurden eigene Absichten darin verpackt, indem man mit der jenseitigen Angst der Menschen ganz diesseitige Geschäfte zu machen versuchte. Zurecht sind wir heute vorsichtig mit dem Begriff der Hölle. Wir können aber auch feststellen: Ignorierendes Verschweigen ist vielleicht eine Spur zu vorsichtig. Denn wenn „Hölle“ der Zustand maximaler Ferne von Gott ist, ein Zustand der völligen Erstarrung im eigenen Ich bedeutet, dann ist sie nicht etwas, das eventuell als Strafe eintritt, wenn wir alle den Weg des Zeitlichen gegangen sein werden, sondern: Dann zeichnet sie sich vorher schon ab: im Handeln des Bösen; im Nichthandeln des Guten; im Erleben des Schrecklichen. In einem ländlichen Dorf eines europäischen Landes fliegen in den frühen Morgenstunden Dutzende Drohnen an und werfen Bomben ab. Kurz hernach rücken die Schergen der russischen Armee ein. Die Kämpfer erschießen Männer, vergewaltigen Frauen und entführen Kinder in das feindliche Russland: Was diese Kinder und viele andere Ukrainer erwartet, ist eine Vorahnung von Hölle.
Wenn der 35-jährige Jarden Bibas von blutrünstigen und frevlerischen Terroristen entführt wird, ein Jahr lang in unwürdigen Zuständen als Geisel gehalten und gefoltert wird; wenn er dann abgehungert vor einer johlenden Menge frei gelassen wird und erfährt, dass seine Frau Shiri längst vergewaltigt und ermordet wurde, genauso wie seine kleinen Kinder Kfir und Ariel: Dann können wir begründet davon ausgehen, dass sich der Abgrund, der sich im Innern dieses Mannes aufgetan hat, einem höllenartigen Zustand sehr ähnlich anfühlt. In einem europäischen Land steht ein Mensch vor dem Nichts. Er hat alles verloren hat oder sieht keine Perspektive mehr. Falls ein solcher Mensch unheilbar krank ist oder wenn sich einer in einer schier nicht bewältigbaren Verzweiflung befindet und dann beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen: Ist dieses existentielle alleingelassen-Sein nicht eine Vorahnung auf Hölle? „Ich bin nämlich überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ (Röm 8,18), schreibt Paulus und wir sollten uns davor hüten, mit diesem Satz ein einfaches Hinweglächeln des Schlechten und Bösen zu versuchen. Wir können einem Opfer von Vergewaltigungen, welches auch noch Jahre nach dem Verbrechen immer wieder einmal in die Erinnerung der erlittenen Gewalt verfällt, wir können einer Frau, die den schrecklichen Moment neu durchlebt, den Schmerz spürt, den Atem riecht oder die Stimmen hört, nicht sagen „die gegenwärtigen Leiden bedeuten nichts im Vergleich zur künftigen Herrlichkeit“. Wir sollten das nicht, und Paulus hätte es ziemlich sicher auch nicht getan: Er weiß von den menschlichen Abgründen und deren Tiefe: Der Völkerapostel, der selber Verfolger gewesen war, der selber Täter war, ist auch nach der Konversion ein Getriebener geblieben: Sein „Stachel im Fleisch“ (2 Kor 12,7) ist – was immer er damit genau beschreiben wollte – jedenfalls nichts, das man wegerklären könnte. Seine Enttäuschung über Verräter oder falsche Freunde auch nicht. Paulus ist Realist: Sein Verweis auf die gegenwärtige Zeit ist nicht Zynismus. Es ist ein In-Erinnerung-Rufen, dass nichts, auch kein Leid, endgültig ist. Das ist keine oberflächliche Relativierung des Leidens, das ist eine Relativierung der Endgültigkeit, der zeitlichen Dauer des Leidens.
Foto: Gustave Doré via Wikimedia Commons
Paulus ist jemand, der Zeit seines Lebens die Wiederkunft Christi erwartet hat. Von der Wiederkunft des Herrn sprechen wir heute auch nicht mehr so gerne, weil uns modernen Menschen das Konzept nicht in den Kopf geht. Oder es nicht auf der Tagesordnung steht. Die Welt ist dermaßen voller Schlechtigkeiten, dass man keinen guten Gott annehmen darf, der die Welt zu einem guten Ende vollendet. Insofern ist der moderne Mensch der Ansicht, die Menschen müssten nicht nur selbst für Befreiung und Gerechtigkeit sorgen, sondern auch eine vollendete Gerechtigkeit & Freiheit schaffen. Weltanschauungen, die die endgültige Freiheit und Gerechtigkeit versprechen, verleiten die Menschen zu maßlosen Übergriffigkeiten. Das haben wir spätestens im 20. Jahrhundert leidvoll gelernt.
Paulus hingegen dachte anders, über das hinaus, was der Mensch zu schaffen imstande ist: Der einzige endgültige Zustand für uns Christen ist die Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Das ist nicht beschönigend gemeint, denn Paulus ist Realist wie überhaupt jeder christlicher Glaube wesenhaft realistisch bzw. realitätsbezogen sein muss. Gottes Wort ist Mensch geworden (Joh 1,14), d.h. es ist Wirklichkeit geworden. Und dieser Mensch wurde auf unerträgliche Weise von anderen Menschen gefoltert und ist am Kreuz gestorben.
Was wir heute und die Christen in Rom von Paulus zu hören bekommen, ist also nicht eine Einladung an den einzelnen Gläubigen, sich das Leid oder auch das Unrecht schön zu reden. Mit seinem Rückgriff auf die Schöpfungsgeschichte sagt er den machtverwöhnten Römern nichts anderes, als dass ihr eigenes Reich endlich ist. Sogar das Weltreich hat keine absolute Geltung.
„Unsere Welt ist kein Dauerzustand“
Der moderne Mensch, auch der moderne Christ (manchmal) möchte es nicht unbedingt zu laut hören: Aber unsere Welt ist kein ewiger Dauerzustand. Die Wesen und Dinge, aus denen diese Welt gemacht sind oder die diese Welt strukturieren, sind vergänglich. Es ist nicht der Mensch, der durch fortschreitende Formen von Gerechtigkeit das Leid, das Böse, die ganze Gewalt abzuschaffen vermag. Gott und nur Gott wird die Herrlichkeit offenbaren. Wobei der gebildete Jude Paulus mit Herrlichkeit die ungefilterte Anschauung, das ungehinderte Hinsehen auf Gott meint. In einem einzigen Fall ist diese Herrlichkeit bereits zutage getreten und historisch fassbar, nämlich in Jesus von Nazareth. Seine Jünger bezeugen, dass durch göttliches Eingreifen Verwandlung geschieht, sie bezeugen die Auferstehung: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut“ (Joh 1,14). Herrlichkeit ist also sozusagen die maximale Gottesnähe. Sie ist das Gegenteil von Hölle.
Eine Hoffnung auf einen gewandelten, sprich verherrlichten Zustand, dass alles, was Menschen in der Zwischenzeit getan oder unterlassen haben, was sie erfahren oder erlitten haben, im allgemeinen Strahlenkranz des Christus aufgeht. Der Zielpunkt unseres Daseins ist keine Reset-Taste, mit der die Schöpfung einfach neu gestartet würde, und danach halt auch jeder andere Mensch mit Adam & Eva durch den Garten läuft.
Eine Vollendung in Herrlichkeit ist gerecht und zwar umfänglich gerecht, wie Papst Benedikt XVI. in seiner Hoffnungs-Enzyklika darlegt: „Niemand und nichts bürgt dafür, dass nicht weiter der Zynismus der Macht, unter welche ideologischen Verbrämungen auch immer, die Welt beherrscht“ (Spe Salvi 42). Im menschlichen Anspruch der allgemeinen Welt-Rettung kommt der einzelne Mensch mit seinem Leid unter die Räder. Auch diese Einsicht gehört leider zum Realismus.
Wir müssen also schon davon ausgehen, dass die kosmologische Verheißung, die Paulus den Römern gegenüber darlegt, nicht nur eine von vielen Welterklärungen ist, sondern dass sie wiederum konkrete Auswirkungen auf den Einzelnen hat: Es ist im Großen und Ganzen eben nicht egal, wie es dem Kleinen und Unmündigen (Vgl. Mt 11,25) ergangen sein wird. Es ist nicht egal, ob jemand eine Mörderin, ein Dieb oder eine Lügnerin ist. Die Hoffnung auf eine vollendete Herrlichkeit ist auch die Hoffnung auf eine wirklich ausgleichende Gerechtigkeit. Wirklich ausgleichend ist sie nur, insofern sie eben nicht menschengemacht ist. An die Gerechtigkeit Gottes – das ist unbestrittener Konsens in allen Jahrtausenden jüdisch-christlicher Erfahrung – kann und wird kein menschliches Planen und keine menschliche Ideologie heranreichen, sei sie auch noch so ausgefeilt.
„Ein wirklicher Friede stellt sich zuallererst dem Leid entgegen“
Wir sehen das in diesen Monaten sehr deutlich vor Augen: „Frieden!“ tönt es von vielen Seiten in und an die Ukraine. Keine Waffen sollen geliefert werden, heißt es. Und das schnelle Wort vom Frieden löst eine gutgemeinte Sehnsucht aus. Die unerfüllt bleibt, insofern sie die Realität verdeckt. Die Alternative zu Waffenlieferungen ist nicht Friede. Die Alternative zu Waffenlieferung ist, dass Drohnen Dörfer bombardieren, Söldner Frauen vergewaltigen und kleine Kinder nach Russland verschleppt werden. Und zwar weiterhin. Ein wirklicher Friede geht über dieses Leid nicht hinweg. Ein wirklicher Friede stellt sich zuallererst diesem Leid entgegen.
Was wir Menschen trotz aller Anstrengung nicht auszugleichen vermögen, wird die göttliche Vollendung ausgleichen. Rettende Hoffnung ist also die Sehnsucht nach einem „Mehr“ als diese Welt und die Menschen, denen die Welt seit Anbeginn unterworfen ist, selber zu leisten vermag.
Vor diesem Hintergrund wird klar, dass das Gericht Gottes nicht eine Drohung sein soll. Das Gericht Gottes ist Gnade und Gerechtigkeit. Bloße Gnade würde in Gleichgültigkeit münden, ausschließliche Gerechtigkeit endet in einem inakzeptablen Zustande der Furcht. Das Gericht ist keine Drohung, das Gericht ist Reinigung. Und zwar eine Reinigung, die nicht erst eintritt, wenn man das Zeitliche gesegnet hat. Es ist eine Reinigung, die hier, in diesem Leben beginnt und derer jeder Mensch bedarf. Es kann Menschen geben, die in sich den Willen zu Wahrheit & Realismus und Absicht zur Liebe ausradiert haben. Das sind Menschen, die hauptsächlich durch und mit Lügen leben. Es sind Menschen, die nur mehr Hass empfinden. Das ist der einzige Zustand, in dem ein Mensch der Ansicht sein kann, dass er keinerlei Reinigung, keinerlei Umkehr, keinerlei μετάνοια bedarf (Vgl. Röm 2,4-5).
Die Annahme, dass es solche Menschen möglicherweise gibt, ist – denke ich – eine Alltagserfahrung. Solche Menschen kann es geben. „Das ist ein furchtbarer Gedanke, aber manche Gestalten gerade unserer Geschichte lassen solche Profile erkennen“, meint Benedikt XVI. (Spe Salvi 45) und stellt mit KKK 1033-1037 fest, dass ein solcher Zustand als „Hölle“ bezeichnet werden kann. Wir sind zurecht zurückhaltend mit der endgültigen Bewertung anderer Menschen, weil niemand von uns wirklich in jemand Anderen hineinschauen kann. „Der, der die Herzen erforscht“ (Röm 8,27) ist nur einer, nämlich Gott. Aber sollten wir nicht bei den Anzeichen dafür schon damit beginnen, dagegen anzurudern?
Der Zustand, in dem ein Leben mit Hass und Lüge, mit Leid und Gewalt verbrämt ist, ist ein unübersichtlicher Zustand. Das sind die „unaussprechlichen Seufzer“ (8,26), denen nur der Geist Gottes einen Sinn zu geben vermag. Besser wäre an dieser Bibelstelle eine eindeutig negativ besetzte Übersetzung gewesen. Dieses Wort στεναγμός ist ein unaussprechliches Stöhnen. Es gibt menschliche Dunkelheit, die wir nicht beschreiben können. Der Israeli Jarden Bibas wird überfallen, ein Jahr lang gefangen gehalten, dabei gequält und gefoltert. Und erst als er endlich freigelassen wird, erfährt er, dass jene, die er liebt, jene für die er gelebt hat längst dahingeschlachtet sind. Im Moment der Freilassung tut sich ein Abgrund auf, der dermaßen tief ist, dass keine menschlichen Worte mehr ausreichen. Jeder Versuch der Erklärung oder gar Relativierung muss als zynisch gewertet werden: Keine Politik, keine Maßnahme, auch kein Militärschlag rechtfertigt diese Morde.
Edvard Munch: Der Schrei, via Wikimedia Commons
Unser Generalminister, der Generalminister des Franziskanerordens hat am Josephi-Tag (25.3.2025) dazu aufgerufen, in diesem Jahr die anstehende Karfreitagskollekte – das ist die jährliche Spendensammlung für die Christen im Heiligen Land – besonders engagiert zu begleiten. Auf der Homepage des Ordens ist der Brief nachzulesen. Eine deutsche Arbeitsübersetzung findet sich auf der Homepage der Franziskanerprovinz Austria. Fr. Massimo Fusarelli warnt davor, dass der Krieg die christliche Präsenz im Heiligen Land auszulöschen droht. Er appelliert daran, dass die universale Weltkirche die Friedensarbeit der Franziskaner unterstützt. Und er sagt „Machen wir uns den Schrei der Christen zu eigen“. Eine Welt, die einem Hass versinkt, welcher jahrzehntelang gepflegt und gefördert worden ist, kann nicht einmal mehr schreien. Wir können den Appell ruhig erweitert verstehen. Es gilt für die Christen im Heiligen Land, es gilt für die verfolgten Christen überall auf der Welt, aber es gilt auch über die Christen hinaus für Menschen wie Jarden Bibas: Die erste Form der Solidarität ist, dass wir dem unaussprechlichen Stöhnen eine Stimme geben. Dass wir uns den Schrei der Gequälten zu eigen machen.
„Die er [Gott] aber vorausbestimmt hat, die hat er auch berufen, und die er berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht“ (Röm 8,30). Liebe Sr. & Br., als ich das erste Mal diesen Satz gelesen habe, kam mir unwillkürlich die Frage, ob es denn auch welche gibt, die mit diesem Satz nicht gemeint sind. Ob Paulus Menschen kennt, die eventuell aus dem Heilsplan hinausgefallen sind. Und wer diese Menschen eventuell sind. Natürlich ist so etwas nicht gemeint. Der Völkerapostel wäre wohl der Allerletzte gewesen, der davon ausginge, dass Gott jemanden erschafft, den er dann a priori zugrunde gehen lässt. Das Entscheidende ist diese Verkettung der Handlungen Gottes. Die Christen, also jene, die sich zu Christus bekennen, die auf Christus getauft sind, gehören zusammen. Benedikt XVI. meint „Keiner lebt allein.“ „Keiner sündigt allein.“ „Unsere Leben interagieren miteinander.“ (Spe Salvi 48) Und Paulus hängt diese Kette jetzt direkt an Gott an (Vgl. Röm 14,7). Wir bilden nicht nur eine Gemeinschaft untereinander. Wir bilden auch eine Gemeinschaft mit Gott. Und das hat wiederum Auswirkungen auf den Einzelnen.
„Vorausbestimmt“ heißt „gottgewollt“. Nicht alles, was ich bin oder gar tue und unterlasse, ist gottgewollt. Aber mein Dasein ist es. Und das bedeutet: Niemand vegetiert allein. Existentielle Verlassenheit ist einer der größeren Abgründe unserer Zeit. Wir müssen nicht in die Ukraine oder nach Nahost fahren, um diesen Abgrund zu finden. Die Verzweifelten, die, die keine Perspektive mehr haben und deswegen ihr Dasein aufgeben – die finden wir vor unserer Haustür zu Genüge. So wie der reiche Mann im Bildwort Jesu, den armen Lazarus gefunden hätte, wenn er auch nur einmal hingeschaut hätte (Vgl. Lk 16,19-31). Die existentielle Einsamkeit entsteht im Leid und sie erfasst nach und nach den ganzen Menschen, der Leid erfahren hat. Die vieldiskutierte Euthanasie ist nur das letzte Siegel der existentiellen Vereinsamung. Es ist eine Vereinsamung, die unserem Paulus widerspricht: „Du bist nicht vorausbestimmt“, „du bist nicht gottgewollt“, „niemand mag oder sieht dich“.
„Hoffnung schenken bedeutet, Möglichkeiten zu suchen, dass ein Mensch im Abgrund Ja sagen lernt zu sich selbst.“
Ich habe das erlebt, wie es ist, mit einem Menschen, der nach der Erfahrung schwerer Gewalt mit sog. Flashbacks kämpft. Ich habe erlebt, wie es ist, mit einer Frau über den Münchner Marienplatz zu gehen, eben noch über Moden gesprochen zu haben und sie dann scheinbar grundlos – getriggert von einem Geruch – zu verlieren. Mitten im Gespräch wurden die Sätze weniger. Dann wurden ihre Sätze unverständlich. Die Augen matt und abwesend. Abseits der Menschenmassen sind wir im leeren Alten Hof auf einer Parkbank gesessen und ich konnte nur zugesehen. Übrig blieb ein Wimmern. Unerreichbar für mich. In sich gefangen im neu Durchleben des längst Vergangenen. Mir blieb nur übrig, ohnmächtig zu warten: 5 Minuten, 15 Minuten, 27 Minuten. Dann wurde die Frau wieder ansprechbar. Seither weiß ich, was Paulus meint mit dem unaussprechlichen Stöhnen. In solchen Momenten – so sagt die Frau – fehlt Dir jede Begründung dafür, dass Du existierst. Dass Du da bist. Einer solchen Frau, liebe Br. & Sr., kann man nicht einfach sagen, die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zur Herrlichkeit, die offenbar werden soll. Aber wenn wir Hoffnung geben wollen, dann sollten wir Wege suchen, solchen Menschen ein Licht zu schenken. Hoffnung ist das Ja-sagen zur eigenen Existenz. Und da haben wir jetzt, wenn wir so wollen, einen moralischen Imperativ aus unserer Römerbrief-Stelle, der uns Christen wirklich aufgetragen ist: Hoffnung schenken bedeutet, Möglichkeiten zu suchen, dass ein Mensch im Abgrund Ja sagen lernt zu sich selbst. Hoffnung schenken heißt, niemanden in der existentiellen Einsamkeit zurückzulassen und uns den Schrei der Gequälten zu eigen zu machen. Hoffnung schenken heißt zu bezeugen, dass es eine größere Gerechtigkeit gibt als Menschen selber zu leisten vermögen. Das alles rettet unter Umständen Leben. Es bedeutet, „Pilger der Hoffnung“ zu sein. Amen. (mtz)
Inwiefern die biblische Königin Esther ziemlich gut in unsere Zeit passen würde: Glaube lässt sich nicht aberziehen. Gedanken zu Est 4,17k-7. (k) Auch die Königin Ester wurde von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn. Sie legte ihre prächtigen Gewänder ab
Inwiefern die biblische Königin Esther ziemlich gut in unsere Zeit passen würde: Glaube lässt sich nicht aberziehen. Gedanken zu Est 4,17k-7.
(k) Auch die Königin Ester wurde von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn. Sie legte ihre prächtigen Gewänder ab und zog die Kleider der Notzeit und Trauer an. Statt der kostbaren Salben tat sie Asche und Staub auf ihr Haupt, vernachlässigte ihren Körper, und wo sie sonst ihren prunkvollen Schmuck trug, hingen jetzt ihre Haare in Strähnen herab. Und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels: (l) Mein Herr, unser König, du bist der Alleinzige. Hilf mir! Denn ich bin hier einzig und allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir.
(m) Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest. (n) Wir aber haben uns gegen dich verfehlt und du hast uns unseren Feinden ausgeliefert, weil wir ihre Götter verehrt haben. Du bist gerecht, Herr. (o) Jetzt aber ist es unseren Feinden nicht mehr genug, uns grausam zu unterjochen, sondern sie haben ihre Hände zum Schwur auf die Hände ihrer Götterbilder gelegt, dein Versprechen zu vereiteln, deinen Erbbesitz zu vernichten, den Mund derer, die dich loben, verstummen zu lassen und das Licht deines Tempels und das Feuer auf deinem Altar auszulöschen. (p) Stattdessen wollen sie den Heiden den Mund öffnen, damit sie ihre nichtigen Götzen preisen und auf ewige Zeiten einen sterblichen König verherrlichen. (q) Überlass dein Zepter, Herr, nicht den nichtigen Götzen! Man soll nicht höhnisch über unseren Sturz lachen. Lass ihre Pläne sich gegen sie selbst kehren; den aber, der all das gegen uns veranlasst hat, mach zum warnenden Beispiel! (r) Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte! (s) Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet! (t) Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr!
(u) Du kennst alles. Du weißt auch, dass ich den Prunk der Heiden hasse und das Bett eines Unbeschnittenen und Fremden verabscheue. (v) Du weißt, dass ich das Zeichen meiner Würde verabscheue und es an den Tagen meines öffentlichen Auftretens nur unter Zwang auf dem Kopf trage. (w) Ich verabscheue es wie die Tücher zur Zeit meiner Regel und trage es nicht an den Tagen, an denen ich meine Ruhe habe. (x) Deine Magd hat nicht am Tisch Hamans gegessen, ich habe keinem königlichen Gelage durch meine Anwesenheit Glanz verliehen und habe keinen Opferwein getrunken. (y) Seit deine Magd hierherkam, bist du für sie der einzige Grund, sich zu freuen, Herr, du Gott Abrahams. (z) Gott, du hast Macht über alle: Erhöre das Flehen der Verzweifelten und befrei uns aus der Hand der Bösen! Befrei mich von meinen Ängsten!
Esther soll niemanden merken lassen, wo sie herkommt.
Die Geschichte von Königin Esther könnte die Geschichte vieler junger Menschen im 21. Jahrhundert sein: Als ganz junger Frau werden ihr Identität und Glaube sozusagen „aberzogen“: Sie soll den Glauben nicht zeigen, sie soll niemanden merken lassen, woher sie kommt. Sagt ausgerechnet ihr Vormund, der fromme Jude Mordechai, der Beamter am heidnischen Hof ist. Er will, dass die junge Frau Karriere macht und Ansehen gewinnt, dass sie Königin wird. Das wird sie auch, und sie fügt sich in ein durch und durch säkulares Machtgefüge am Hof des Artaxerxes ein. Und als der säkulare Staat im Antisemitismus versinkt, ist es dann aber wieder Mordechai, der plötzlich möchte, dass sich Esther bekennt und eingreift. Das ist gefährlich: Eine solche Einmischung könnte die Königin das Leben kosten. Sie muss abwägen: Versucht sie den mordlüsternden Antisemiten aufzuhalten oder schaut sie auf das, was sie sich erarbeitet hat?
Sie entscheidet sich für den gefährlichen Rettungsversuch: das ist die Notlage, die „Todesangst“ (Est 4,17k). Das biblische Buch kommt ohne Gott aus. Er wird nicht genannt und tritt nie auf: Die beiden Gebete von Esther (Est 4,17k-z) und zuvor jenes von Mordechai (Est 4,17a-i) sind griechische Einschübe, aber obschon es die hebräische Vorlage nicht ausdrücklich beschreibt, ist auch dort die Haltung der Frau eine betende. Was in jedem Fall klar ist: Angesichts der Frage nach der eigenen Existenz bricht die Beziehung zu Gott auf: „Ich bin allein und habe niemand außer dir, oh Herr“ (Est 4,17t). Dieses Vertrauen kann sie eigentlich gar nicht haben, wenn man ihre Lebensgeschichte bedenkt. Sie hat nie erfahren, dass Gott jemand ist, der einen beschützt. Ihre Welt besteht aus den Götzen einer säkularen Königsherrschaft, in der Schönheit, Machtspiel und zwischenmenschliche Taktik gefragt sind.
Glaube an Gott hängt nicht von der Frage ab, ob er tradiert wird.
Wie in modernen Ländern unserer Zeit, in denen beispielsweise das Christentum für Generationen als überholt aberzogen wurde. Königin Esther ist ein Beispiel, dass der Glaube an Gott nicht zwingend davon abhängt, ob er tradiert und gepflegt wird. Gott ist da, auch wenn er jahrelang nicht angesprochen wurde, wenn er dauerhaft nicht gepriesen wurde, wenn die Menschen seinen Namen nicht mehr aussprechen. Er ist das und ein Mensch weiß, dass er da ist.
Jetzt kann man sagen, dass das ein altes Muster ist: In Todesangst klammern sich die Menschen an gute Geschichten: Aber das Gebet der Esther verdeutlicht, dass sie sich nicht an irgendeine Religion klammert. Denn diese „gute Geschichte“ kann sie gar nicht mehr glauben. Sie wurde ihr ja aberzogen. Esther betet, weil der Anruf von Gott, das Wiederaufnehmen einer Beziehung offensichtlich existentiell ist: „Du bist der Einzige“ (4,17l) und man hört das Glaubensbekenntnis aus Dtn 6 heraus: Der Gott Israels ist nicht einer der vielen Götzen. Er ist keine Trostgeschichte. Er ist der einzige Gott.
Merkmal des jüdischen Gottes ist es, dass nicht die Menschen ihn gnädig stimmen, sondern dass er sich den Menschen verpflichtet hat.
Du hast Israel aus allen Völkern erwählt (4,17m) und „als deinen Erbbesitz ausgesucht“ (4,17m): Das Alleinstellungsmerkmal des jüdischen Gottes ist, dass nicht die Menschen ihn anbeten und gnädig stimmen, sondern dass er sich den Menschen verpflichtet hat. Abraham hatte das erfahren. Es ist die Erfahrung von Jona. Und für uns Christen ist es letztlich Christus am Kreuz. Diese Selbstverpflichtung Gottes fordert Esther in ihrem Appell nun ein. Sie tut das im unerklärbaren Vertrauen darauf, dass er nicht nur irgendwie da ist oder dass nicht nur irgendwie alles einen Sinn hat, sondern dass ihr dieser Gott konkret in der spezifischen Situation hilft: dass er ihr den Mut gibt (4,17r) und die passenden Worte (4,17s), um vor dem weltlichen Herrscher zu bestehen. Er soll quasi ihre Rede schreiben. Königin Esther führt uns vor Augen, dass auch der heidnische Großkönig, der gottgleiche Machthaber im Grunde unter dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs steht. Das ist der Sinn dieses Gebetes.
Gläubige Menschen brauchen vor allen Säkularisierungsthesen nicht zu resignieren: In Christus ist dieser Gott Mensch geworden. Gott hat sich mit dem Kreuzesopfer selbst verpflichtet, jene, die zu ihm gehören, nicht zugrunde gehen zu lassen. Das ist ein unerschütterlicher Bundesschluss. Das ist der Grund, warum wir beten und warum wir darauf vertrauen, dass wir von Gott, der gut ist, erhört werden (Vgl. Mt 7,11).
Das sogenannte San-Damiano-Kreuz steht wie kaum ein anderes Symbol für Franz von Assisi (1181-1226) und seine Bewegung. Der Überlieferung nach soll von Franziskus an der verfallenen Kirche vor dem Kreuz gebetet und von dorther eine Stimme vernommen haben, die ihm
Das sogenannte San-Damiano-Kreuz steht wie kaum ein anderes Symbol für Franz von Assisi (1181-1226) und seine Bewegung.
Der Überlieferung nach soll von Franziskus an der verfallenen Kirche vor dem Kreuz gebetet und von dorther eine Stimme vernommen haben, die ihm zurief: „Geh, Franziskus, und baue mein Haus wieder auf, das – wie du siehst – in Trümmer fällt!“ (Gef 13; 2Cel 10). Die Kreuzikone, die heute millionenfach reproduziert wird, ist etwa 2 Meter hoch, stammt aus dem beginnenden 12. Jahrhundert und byzantinischen Stil gefertigt, der damals vermutlich durch serbische Mönche auch in Italien Verbreitung gefunden hat. Der Künstler ist unbekannt, dürfte sich aber unterhalb des linken Armes Christi selbst dargestellt haben. Das originale San-Damiano-Kreuz ist mit der Übersiedlung der Klarissen in das Stadtkloster Santa Chiara gebracht worden, wo es in der sogenannten Kreuzkapelle zu sehen ist. In San Damiano befindet sich eine Kopie.
San-Damiano-Kreuz, Via Wikimedia Commons
Der Gekreuzigte ist als Christus triumphans dargestellt, der den Tod bereits besiegt zu haben scheint. Darauf weist auch die Aureola hin. Unter dem Kreuz stehen Maria, die Mutter Jesu und der Apostel Johannes (rechts des Gekreuzigten) sowie Maria von Magdala, die Frau des Klopas und jener römische Hauptmann, der in Mk 15,39 die Gottessohnschaft bezeugt (links). Kleiner dargestellt sind jener Soldat, der dem Sterbenden Essig gereicht hatte (rechts) und Longinus, der Soldat, der mit seiner Lanze Jesus das Herz durchbohrt hat. Der obere Teil der Kreuzikone zeigt den Auferstandenen, wie er sich der Hand Gottes nähert. Mehr dazu: Bollati, Milvia: Francesco e la croce di S. Damiano, Biblioteca Francescana, Mailand 2016.
Mit der Kreuz-Ikone von San Damiano untrennbar verbunden ist ein Gebet des heiligen Franziskus, das aus der Zeit seiner Bekehrung stammt. Das Gebet hat einige Anklänge an Psalmen (z.B. Ps 118,34) und erwähnt wie Paulus (vgl. 1 Kor 13,13; 1 Thess 1,3) die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe. Es ist eine Bitte um Offenheit sowohl für den Heilsplan Gottes als auch für die Not des Nächsten. Die deutsche Fassung unten folgt der grundlegenden Quellen-Edition von Berg, Dieter (Hg.) / Lehmann, Leonhard (Hg.): Franziskus-Quellen. Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, Butzon und Bercker 2009.
Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, sichere Hoffnung und vollkommene Liebe. Gib mir, Herr, [das rechte] Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle.
Genesis 4,1-15.25 1 Adam erkannte Eva, seine Frau;sie wurde schwanger und gebar Kain.Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben.2 Sie gebar ein zweites Mal,nämlich Abel, seinen Bruder.Abel wurde Schafhirtund Kain Ackerbauer.3 Nach einiger Zeit brachte Kaindem Herrn eine Gabe von den
1 Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben. 2 Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer. 3 Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn eine Gabe von den Früchten des Erdbodens dar; 4 auch Abel brachte eine dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und seine Gabe, 5 aber auf Kain und seine Gabe schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiß und sein Blick senkte sich. 6 Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiß und warum senkt sich dein Blick? 7 Ist es nicht so: Wenn du gut handelst, darfst du aufblicken; wenn du nicht gut handelst, lauert an der Tür die Sünde. Sie hat Verlangen nach dir, doch du sollst über sie herrschen. 8 Da redete Kain mit Abel, seinem Bruder. Als sie auf dem Feld waren, erhob sich Kain gegen Abel, seinen Bruder, und tötete ihn. 9 Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist Abel, dein Bruder? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders? 10 Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders erhebt seine Stimme und schreit zu mir vom Erdboden. 11 So bist du jetzt verflucht, verbannt vom Erdboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen. 12 Wenn du den Erdboden bearbeitest, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein. 13 Kain antwortete dem Herrn: Zu groß ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte. 14 Siehe, du hast mich heute vom Erdboden vertrieben und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der Erde sein und jeder, der mich findet, wird mich töten. 15 Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain tötet, siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde. 25 Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Set, Setzling. Denn sie sagte: Gott setzte mir einen anderen Nachkommen anstelle Abels, weil Kain ihn getötet hat.
Der seraphische Vater Franziskus, also unser Ordensgründer, ermahnt die Brüder einmal: „Wer immer also seinen Bruder um des Guten willen beneidet, das der Herr in ihm redet und wirkt, der zielt ab auf die Sünde der Gotteslästerung, weil er den Allerhöchsten selbst beneidet, der jegliches Gute redet und wirkt“ (Erm 8). Das ist eine zunächst bemerkenswerte Überlegung, die einen auch ein bisschen ernüchtert: Wenn etwas Gutes geschieht, wenn jemand etwas tut, das gut ist, dann ist es nicht der betreffende Mensch, der es tut, sondern Gott. Franziskus schreibt alles Gute dem Allmächtigen zu und alles Ungute sich selbst. Teilt man diesen Grundsatz einmal, dann wird klar, dass der Neid – auch in seinen kleinen Formen – eine Art Beleidigung Gottes ist.
Das Problem des Kain scheint genau dasselbe zu sein: Er sieht in Abel einen Bevorzugten. Und dieses Gefühl breitet sich in ihm aus. Es nimmt von ihm Besitz. Nach und nach wächst es an bis es ihn ganz erfasst. Folge: Gottesferne. Die Keniter – Abkömmlinge von Kain – sehen JHWH nur mehr von der Ferne. Immerhin sehen sie ihn noch. Kain wird nicht ausgelöscht.
Etwas gut sein lassen zu können ist das Mindeste, das wir alle tun können.
Wir Christen sollten uns nicht zu sicher fühlen: Emotionen oder Haltungen, die uns erfassen und uns irgendwann ganz einnehmen, gibt es bis heute in allen Menschen. Der entscheidende Punkt ist, ob wir im anderen Menschen – gläubig oder nicht gläubig – auch das Gute wahrnehmen und es gut sein lassen können. Zwischendurch etwas gut sein lassen zu können, ist die Mindeststufe an Leistung, zu der wir alle fähig sein sollten. Jeder Mensch tut irgendwo irgendetwas, das gut ist. Und es ist eigentlich Gott, der es durch diesen Menschen bewirkt. (mtz)
Der „Sonnengesang“ des seraphischen Franziskus wird 800 Jahre alt. Es ist eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse der italienischen Sprache und gleichzeitig einer der meist verarbeiteten Texte der Weltliteratur. Die deutsche Fassung. Der „Cantico delle Creature“ ist das bekannteste Lied oder
Der „Sonnengesang“ des seraphischen Franziskus wird 800 Jahre alt. Es ist eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse der italienischen Sprache und gleichzeitig einer der meist verarbeiteten Texte der Weltliteratur. Die deutsche Fassung.
Der „Cantico delle Creature“ ist das bekannteste Lied oder Gebet, das von Franz von Assisi (1181-1226) selbst stammt. Der Ordensgründer soll es 1225 verfasst haben, als er selbst in San Damiano krank im Bett lag. Der jubelnde Hymnus stellt eine Antwort auf die Erfahrung von Schmerz und Schwäche dar. Einigen Biographen zufolge fügte Franziskus die Friedensstrophe später hinzu, um einen Streit zwischen dem Bischof und dem Bürgermeister von Assisi zu schlichten. Eine später erfolgte Erweiterung ist auch die Strophe über „Schwester Tod“, die er verfasst haben soll, als er selber ein Jahr später dem Sterben nahe war (Per 7; SP 123). Das Gebet ist nicht nur eine Hymne auf Gottes gute Schöpfung, sondern fordert eine positive Hinwendung zur Welt und eine Annahme von Krankheit und Tod. Die deutsche Fassung unten folgt der grundlegenden Quellen-Edition Berg, Dieter / Lehmann, Leonhard: Franziskus-Quellen. Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, Butzon & Bercker 2009.
1Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
2Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne,
welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.
3Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne;
am Himmel hast du sie gebildet,
klar und kostbar und schön.
4Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.
5Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
6Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer,
durch das du die Nacht erleuchtest;
und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.
7Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.
8Gelobt seist du, mein Herr,
durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Drangsal.
Selig jene, die solches ertragen in Frieden,
denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.
9Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;
ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,
Selbst der Messias wird von Johannes im Jordan getauft. Das hat Auswirkungen bis heute. Es ist die Tür, durch die alle Menschen eintreten können. Lk 3,15-16.21-22 In jener Zeit15 war das Volk voll Erwartungund alle überlegten im Herzen,ob Johannes nicht
Selbst der Messias wird von Johannes im Jordan getauft. Das hat Auswirkungen bis heute. Es ist die Tür, durch die alle Menschen eintreten können.
Lk 3,15-16.21-22
In jener Zeit 15 war das Volk voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. 16 Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 21 Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel 22 und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
Für die Menschen der Antike war es eigentlich nie wichtig, wo eine Persönlichkeit geboren wurde oder wie sie aufgewachsen ist. Die Umstände von Kindheit und Jugend hat die Menschen schlicht nicht interessiert. Jesus von Nazareth, dessen Kindheitsgeschichten wir über Weihnachten gehört haben, oder der Täufer Johannes sind da eine immer schon Ausnahmen gewesen. Nicht-christliche Ausnahmen sind Kaiser Augustus, einige ägyptische Pharaonen oder mythologische Figuren wie die Stadtgöttin Athene.
Was die Menschen der Antike wirklich interessierte, war der Anfangspunkt des eigenständigen Wirkens in der Öffentlichkeit. Denn diese Anfangspunkte erzählen meistens über die Vorzeichen, unter denen ein Lebenswerk zu verstehen war. Momente des Anfangs erzählen dem Publikum, „wes Geistes Kind“ eine Persönlichkeit war. Wir können also sagen, mit der Taufe Jesu feiern Christen eine zweite Erscheinung des Herrn. Als Christen mit dem Blick zurück wissen wir natürlich von der Bedeutung der Geburt und den Umständen der ersten Lebensjahre. Aber mit der Taufe im Jordan wird es ernst: Die rund 30 Jahre, in denen das Wort Gottes unbemerkt in einem einfachen Haushalt in Nazareth gelebt hatte, sind vorbei: Der erwachsene Mann entscheidet sich dafür, sich einer bestimmten Reformbewegung anzuschließen – der Bewegung um den Täufer Johannes – und als sein erstes öffentliches Wirken macht er etwas Bemerkenswertes: Er stellt sich in eine Warteschlange.
Jesus wartet und betet
Das ist aus zwei Gründen bedeutsam: Erstens präsentiert sich Jesus als eine Art Gegensatz zu den gewöhnlichen Herrschergestalten. Kein Herrscher wartet bei seinem Antritt auf irgendjemanden. Meist ist es umgekehrt: Tritt beispielsweise in Rom ein neuer Kaiser an, dann sind es Senatoren und Leute aus dem Volk, von denen erzählt wird, wie sie warten bis der neue Imperator auftritt. Jesus, der eigentliche Weltenherrscher, den der Täufer ankündigt (Mit Feuertaufe beschreibt Johannes das Endgericht, vgl. Lk 3,16) ist anders: Er wartet. Und wir können mit vielen Exegeten annehmen: Jesus betet hier.
Dieses betende Warten Jesu ist aus einem zweiten Grund wichtig: Nicht die ersten Worte des neuen Herrschers sind maßgeblich, sondern zwei andere Worte setzen das Vorzeichen für Jesu Leben: Der Täufer Johannes, der von sich weg und auf den Christus hinweist. Der Täufer wird zum Garanten dafür, dass Jesus und später seine Jünger fest eingebettet in die Heilsgeschichte Israels bleiben. Das gilt bis heute: Vor dem Hintergrund des Täufers muss man sagen: es gibt kein Christentum ohne Juden. Das zweite Vorzeichen für Jesu Leben vermittelt uns die Stimme aus dem Himmel.
Es gibt kein Christentum ohne Juden.
Das Öffnen des Himmels und die Begegnung von Himmel und Erde, die sich hier ereignet, trägt die gesamte Botschaft des Evangeliums. Jesu Glaubwürdigkeit, sein authentisches Sprechen und Handeln, in denen er anderen einen Blick in den Himmel, in die Welt Gottes gewährt, sind abgesichert durch den Augenblick seiner Taufe bzw. durch das Herabkommen der Taube. Das Volk am Jordan ist Zeuge dafür: Durch diese Stimme (egal ob Gott direkt oder Engelsstimme) wird Jesus bewusst gemacht, in welcher einzigartigen Beziehung zu Gott er steht. Christentum, so könnten wir sagen, das sich von Christus ableitet, ist ein öffentlicher Dialog mit dem Schöpfergott. Wir haben nur Christus. Und wenn wir ehrlich sind, müssten wir Christen eigentlich noch schärfer formulieren: Diese Welt hat nur Christus.
Die Taufe Jesu ist ein historisch greifbares Ereignis: Von Beginn an haben die Christen dieses Ereignis als Auftakt für das Anbrechen des Gottesreiches verstanden (Vgl. Apg 10,37). Die Taufe Jesu im Jordan erklärt uns bis heute, unter welchen Vorzeichen wir das Leben des Herrn verstehen sollen. Seine Taufe erklärt, wes Geistes Kind dieser Jesus von Nazareth ist. Das ist nicht irgendein Lehrmeister oder ein kluger Lebensratgeber. Es kommt auch nicht auf seine Aussagesätze an, sondern das eigentliche Wesensmerkmal ist, dass er der Sohn des allmächtigen Schöpfergottes ist. Der Sohn, an dem der Vater Wohlgefallen hat. Der Sohn, über den Gott alle Menschen überall auf der Welt erreichen möchte: „Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen.“ (Jes 42,6). Amen.
Ich weiß nicht genau, ob es Ihnen ähnlich ergeht, aber ich habe Märtyrern gegenüber immer ein zweifaches Gefühl. Einerseits ist da die Bewunderung. Märtyrer sind offensichtlich starke Menschen: Frauen und Männer, die für Christus sterben, sind Helden des Glaubens. Auch
Ich weiß nicht genau, ob es Ihnen ähnlich ergeht, aber ich habe Märtyrern gegenüber immer ein zweifaches Gefühl.
Einerseits ist da die Bewunderung. Märtyrer sind offensichtlich starke Menschen: Frauen und Männer, die für Christus sterben, sind Helden des Glaubens. Auch in unserer Zeit erleben wir jede Menge solcher Helden: Die Christen sind heute die meistverfolgte Glaubensgemeinschaft der Welt. Anderseits habe ich immer auch eine bestimmte Furcht oder eine Ehrfurcht empfunden: Wäre ich imstande, Christus derart zu bezeugen wie z.B. der heilige Franziskanerpater Engelbert Kolland, der 1860 in Damaskus sein Leben gelassen hat.
Martyrium ist nicht Todessehnsucht. Es geht nicht darum, dass Menschen lebensmüde sind. Fast jedem Martyrium voraus geht ein inneres Ringen, ein Abwägen von Argumenten: Bestehe ich auf den Grundsatz oder gebe ich nach? Bei einer Vielzahl von Märtyrern – insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus – wissen wir von diesem Ringen. Denken wir nur an den seligen Franz Jägerstätter: Seine Ablehnung des menschenverachtenden und auch antichristlichen Regimes bedeutete auch, dass seine Familie ohne ihn zurechtkommen musste. Das war ihm bewusst. Und damit hat Franz Jägerstätter auch gerungen. Christliches Martyrium ist also nicht unüberlegtes Handeln: Wann ist der Moment gekommen, an dem man nicht mehr ausweicht? P. Engelbert war um das eigene Leben bemüht. Erst als ihm die Häscher keinen Ausweg mehr ließen, blieb er standhaft: Eine Verleugnung des Glaubens kam für ihn nicht in Frage.
Heute tragen alle möglichen Bekenner die Bezeichnung „Märtyrer”. Im ursprünglichen Sinn stehen Märtyrer aber nicht für eine eigene Idee ein. Märtyrer bezeugen nicht sich selbst, sondern sie weisen von sich weg: Märtyrer bezeugen Christus. Es ist eine besondere Form der Nachfolge, die ökumenisch ist: So gut wie alle christlichen Konfessionen kennen Menschen, die ihr Leben lassen mussten, insofern sie an Christus festhielten. Erst der Bezug auf Christus macht aus selbstsicherer Sturheit echte Standhaftigkeit.
Standhaftigkeit und Christus-Liebe sind zwei gleich wichtige Seiten eines Blutzeugen. Nicht jeder Gläubige muss ein Martyrium erleiden, aber alle brauchen wir solche Vorbilder: “Wer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen” (Mt 10,39).
Unmittelbar nach dem Geburtsfest des Herrn legt die Kirche das heutige „Fest der Heiligen Familie“ und das ist auch logisch: Wir hören in diesen Wochen jene Evangelienabschnitte, in denen es um die Kindheit Jesu geht. Wie viele andere Menschen auch,
Unmittelbar nach dem Geburtsfest des Herrn legt die Kirche das heutige „Fest der Heiligen Familie“ und das ist auch logisch: Wir hören in diesen Wochen jene Evangelienabschnitte, in denen es um die Kindheit Jesu geht.
Wie viele andere Menschen auch, so wird der junge Jesus von seinen Eltern aufgezogen, für sein Leben vorbereitet. Das ist ein Gedankengang, den wir heute nicht mehr so stark wahrnehmen: Eine Familie mit ihren Beziehungsgeflechten ist wesentlich für ein Kind. Und sie ist – insofern sie leider nicht jedem Menschen gegeben ist – ein Geschenk. Für den protestantischen Theologen Dietrich Bonhöffer (der gegen die Nationalsozialisten sein Leben gelassen hat) war sie noch mehr: Familie, so sagt er sinngemäß einmal, ist eine mit göttlichem Mandat ausgestattete Autorität: „Die Eltern sind für das Kind Gottes Stellvertreter als seine Erzieher“. Als solche können wir Maria und Josef verstehen: Ihre Rolle ist es, den jungen Buben bis zu dessen Eigenständigkeit zu bringen.
Es gilt aber auch die Einsicht, dass heute das Fest der Heiligen Familie auch einen Beigeschmack hat: Für viele Menschen bei uns sind weihnachtliche Familienzeiten mit Stress, manchmal auch mit Ärger oder Streit verbunden. Oder noch radikaler: Viele Menschen spüren, dass sie Familie zwar brauchen würden, sie aber nicht haben. Oder dass ihre Familie im Streit zerbricht. Was also gibt es da zu feiern? Müssen wir uns damit abfinden, dass wir einfach nicht so gut sind wie die heilige Familie?
Natürlich nicht: Die Heilige Familie ist nicht deswegen heilig, weil sie besonders perfekt, vollkommen liebevoll oder ähnliches gewesen ist. Ob das so gewesen ist, wissen wir schlicht und einfach nicht. Die entsprechenden Texte, in denen solches erzählt werden, sind stark legendenhaft und nicht zu Unrecht nicht Teil unserer Bibel.
Wir wissen nicht, ob Josef & Maria immer alles richtig gemacht haben. Was wir aber wissen, ist, dass sie in einigen wenigen Punkten ganz sicher das Richtige getan haben. Eigentlich in einem einzigen: Sie sind bei der Verheißung geblieben. Es ist das Kind, durch das diese Familie zur heiligen Familie wird.
Das ist schon mehr als Menschen gewöhnlich imstande sind zu leisten: Marias Ja liegt Monate zurück. Das Kind ist da, der Engel längst nicht mehr. Und Josef muss die Kraft für seine Überzeugung aus dem ableiten, was er träumt. Das hätte auch anders ausgehen können. Wenn denn nicht – und das ist jetzt der entscheidende Punkt – der Glaube stark genug gewesen wäre. Der Glaube, den Weg weiterzugehen. Im ganzen NT bezeichnet der Begriff „Heiliger“ nie die Vollkommenen, die Perfekten, sondern einfach jene Menschen, die an Christus glauben. Bei Pls. Die Heiligen – das sind immer die Mitglieder seiner Gemeinden. Die Heiligen sind die, die zu Christus gehören. Insofern Maria & Josef die ersten sind, die zu Christus gehören, ist ihre Familie eine heilige Familie. Und ihre Leistung besteht darin, bei der Verheißung zu bleiben. Also zu glauben. Wie Abraham: Und das rechnet ihm Gott als Gerechtigkeit an (Vgl. Gen 15,6).
Wir Menschen sind eigenartig: Wir wollen sicher gehen, dass wir uns nicht selber täuschen. Uns nicht irgendwelche Phantasie einbilden. Dazu brauchen wir die Bestätigung von außen. Das sind hier Simeon und Hannah. Beide haben eine ähnliche Funktion wie die Engel, die einmal der Maria im Zimmer und ein ander Mal dem Josef im Traum erschienen sind. Auch von Simon und Hannah können wir bis heute etwas lernen: Beide haben durch ihre Lebensführung – gottesfürchtig und gerecht – nicht nur einfach ein frommes Leben geführt. Sondern sie haben sich dadurch diese Wachsamkeit bewahrt, die es ihnen erlaubt, das Neue, das Unerwartete wahrzunehmen.
Tun wir das heute auch? Haben wir die Offenheit, den Christus wahrzunehmen, falls er sich uns in einem kleinen, unbekannten Kind offenbaren wollte? Im Jahr 2023 die heilige Familie zu feiern, bedeutet, dass wir Ausschau halten müssen. Wir sollen nicht sagen: Wir wissen eh schon, dass wir gerettet sind und dass die übrige Welt ist schlecht. Nein: Wir sollen Ausschau halten nach dem Messias. Irgendwo ist er, irgendwo zeigt er sich auch heute: im Alltag, in den kleinen Dingen, in der Begegnung mit Verwandten, Freunden oder auch in einem Fremden.
Diese Wachsamkeit will Christus von jenen, die zu ihm gehören. Sonst wäre er nicht als Kind im Stall geboren, sondern als Sohn eines Imperators. Wachsamkeit, gegenseitige Unterstützung und Gottvertrauen: Das sind die Merkmale jener, die zu Christus gehören. Das ist das, was uns alle zu Heiligen macht.
Wovor erschrickt Maria? Die Verkündigungsszene im Lukasevangelium gehört zu den bekanntesten Texten unserer Bibel. Unzählige Male ist sie von Künstlern dargestellt oder verarbeitet worden. Das Fest, das sich auf diesen Text bezieht, feiern wir jedes Jahr am 25. März –
Wovor erschrickt Maria? Die Verkündigungsszene im Lukasevangelium gehört zu den bekanntesten Texten unserer Bibel. Unzählige Male ist sie von Künstlern dargestellt oder verarbeitet worden. Das Fest, das sich auf diesen Text bezieht, feiern wir jedes Jahr am 25. März – 9 Monate vor Weihnachten. Und kurz vor dem Geburtsfest – heuer sehr kurz – rufen wir uns diese Verkündigung im Gottesdienst ein weiteres Mal in Erinnerung.
Und das erlaubt es uns, für einmal die großen Glaubensinhalte, die dieser Text bietet, beiseite zu lassen, und auf ein Detail zu achten: Worüber erschrickt Maria als dieser Bote – in Gestalt eines fremden Mannes – sie anspricht? Die Kirchenväter der Antike, aber auch die Theologen seit dem Mittelalter haben darauf eine eindeutige Antwort: Die junge Maria erschrickt vor der nun auftretenden Gottesmacht, die sie spürt. Es ist d.a.s. Heilige, das sie erfasst. Gestützt wird diese Annahme von der Erklärung des Evangelisten, wonach sie „überlegt was d.i.e.s.e.r. Gruß zu bedeuten“ hat. Nun ist die Feststellung (oder manchmal der Wunsch) „der Herr ist mit dir“ unter frommen Juden noch nichts Ungewöhnliches. Und ganz genau gelesen kann Maria noch nicht wissen, was die Botschaft sein wird. Wir müssen uns ihre Situation einmal vorstellen. Wir können es auch in der Basilika Frauenkirchen betrachten. Hinten an der Orgelempore ist sie noch nicht die Königin der Himmel: Sie ist eine junge Frau. Ihre Familie entstammt genauso wie jene ihres Bräutigams der weit verzweigten Sippschaft Davids. Aber das ist lange her: Maria ist nur eine noch unverheiratete Nachkommin, die abseits des großen religiösen Zentrums aufgewachsen ist und dort ein normales, ein bodenständiges Leben lebt: Nazareth liegt etwa 160 km von Jerusalem entfernt. Das entspricht in etwa der Entfernung des Franziskanerklosters in Güssing zum Stephansdom in Wien.
Maria ist nicht jemand, der gegrüßt wird. In der Antike, wenn Sie einer jungen Frau etwas mitteilen wollten, dann sagen Sie es ihr und Schluss. Nicht nur einer jungen Frau, auch sonst grüßen Sie nur sehr selten andere Menschen mit einem freudigen Hallo.
Das zeigt auch die Spiegel_Erzählung im AT unserer Verkündigungsszene: Als drei Männer oder Engel Abraham besuchen und ihm und seiner Frau Sarah einen Sohn verheißen, steht nichts von Grüßen. Abraham kennt immer schon jeden und Sarah zweifelt überhaupt an allem. Bei Maria wird das nun völlig anders: Der Engel grüßt sie, er spricht sie an. Gott zeigt sich, indem zwei Personen – Maria & Gabriel – konkret eine Beziehung zueinander aufnehmen. Das ist das Neue, das Unerwartete. Und darüber erschrickt Maria.
Aber Vorsicht: Dieser Gruß ist nicht eine billige Unterwerfungsformel wie wir sie in der Antike sonst auch finden: Jemand steht am Römischen Forum und grüßt den vorbeiziehenden Imperator mit Heil Dir, Caesar. Nein, das griechische Wort χαῖρε, das der Evangelist hier benutzt ist zugleich ein Ausdruck von Fröhlichkeit. Von Freude über die Begegnung. Der Engel Gabriel grüßt Maria, insofern er schon weiß, was jetzt geschieht: Seine Botschaft ist, dass ein Kind geboren wird, das die Menschen erlösen wird. Und die Freude darüber packt er in diesen Gruß. Maria weiß es noch nicht, aber sie spürt es schon. Sie wird so zum Urbild der Kirche, sagen die Theologen. Wir können besser sagen: Sie wird im Moment der Verkündigung zum Urbild jedes erlösten Menschen.
Dieser Gruß des Engels Gabriel – ein Detail in diesem Abschnitt – hat eine unglaubliche Wirkung entfaltet: Christen grüßen, auch wenn sie sich nicht kennen. Christlich verstanden, ist der Gruß ein minimales Glaubensbekenntnis: Ich sehe dich. Du bist erlöst. Das erfüllt mit Freude. Es gibt Gegenden, wo das Grüßen noch Brauch ist: in den Bergen, in vielen Landgemeinden. Und natürlich können wir nicht durch die Wiener Kärntnerstraße laufen und jeden Menschen grüßen. Das würde etwas skurril anmuten. Aber – und das scheint mir ein passender Auftakt für die Weihnachtstage zu sein – wir können uns daran erinnern, dass wir als gläubige Christen aufgerufen sind, an Christi Erlösungswerk mitzuarbeiten. Oder anders gesagt: Wir sollen in dem Haus, das der Herr dem David und dessen Nachkommen baut (2 Sam 7,1f), Pförtner sein. Die Fenster und Türen dieses Hauses öffnen und andere Menschen mit in diese Frohe Botschaft hineinnehmen. Erlösen tut Christus. Er ist das Licht das brennt. Aber dieses Licht weitergeben können wir: Indem wir im gegenseitigen Gruß unseren Glauben hineinpacken. Ganz diskret. Dazu braucht es keine eigenen Formeln, es reicht der einfache Gruß. Aber eben mit innerer Freude. Und auf diese Weise sollen wir den Menschen, denen wir begegnen, sozusagen zum Engel Gabriel werden: Gegrüßt seist Du [Maria, du] Begnadete. Der Herr ist mit Dir.
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Lesungen zum 4. Adventsonntag
2 Sam 7, 1–5.8b–12.14a.16/ Röm 16, 25–27 / Lk 1,26-38
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