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	<title>Notiert Archives - Turm der Winde</title>
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	<title>Notiert Archives - Turm der Winde</title>
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		<title>Vor dem Konklave: Wer Papst ist</title>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2025 17:33:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Foto: unsplash / coronel</p>
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<p>Alles redet darüber, wer auf Papst Franziskus folgt und damit 267. Bischof von Rom werden wird. Es ist wie bei der Vorrunde einer Fußball-WM: Jeder hat so seine Tagträume. Klar ist nur eines: Wer auch immer Papst ist, dem werden wir folgen. Wollte schon Franz von Assisi so haben.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots"/>



<p>Man muss Verständnis haben: Journalisten, Theologen, Beobachter, Analysten oder auch A-, B- und C-Promis haben alle eine Meinung darüber, wie die Wahl zum neuen Papst der Lateinischen Kirche ausgehen wird. Es ist das Mediengeschäft. Man kann nicht einfach nur ignorieren, was auf jedem Dorfplatz und an allen Ausschanktresen Gesprächsthema ist. Das führt dazu, dass Spekulationen Hochkonjunktur haben: Man muss sagen, welche Namen im Gespräch sind ohne jene zu nennen, die über diese Namen sprechen. Man will schreiben, wer denn welche Art von Pontifex sein könnte, insofern die eigenen Leser etwas zum mit-reden bekommen. Mitreden: Das ist das Schlüsselwort, mit dem die Menschen das Gefühl bekommen, an jenem Prozess Anteil zu haben, der den Kurs der Kirche bestimmen wird. Wer sich in vermeintlicher Noblesse zurück hält, der vermittelt auch Abgehobenheit. Anteil nehmen bedeutet Interesse zu bekunden. Per se ist das weder schlecht noch gut. Ähnliches geschieht in allen Bereichen des öffentlichen Lebens: in der Politik, beim Sport, zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens. </p>



<p>Nur ist jeder gut beraten, das &#8222;Mitfiebern&#8220; nicht über Gebühr ernst zu nehmen. Ein guter Teil der Missverständnisse in den Pontifikaten von Benedikt XVI. und dann von Franziskus wurzelte darin, dass vorab Erwartungen formuliert und Prognosen definiert wurden, die eher der Vorstellungskraft der jeweiligen Autoren entsprungen waren. Ein mündiger Mensch mit gesundem Interesse an globalen Ereignissen wie der Papstwahl entzieht sich nicht a priori dem Gerede. Ein mündiger Mensch mit gesundem Interesse weiß aber von der Begrenztheit des eigenen Mitfieberns. Er nimmt seinen eigenen Standpunkt nicht über die Maßen ernst. </p>



<p class="has-text-align-center">&#8222;Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesu Christi heiliges Evangelium zu beobachten durch ein Leben in Gehorsam, ohne Eigentum und in Keuschheit.<br>Bruder Franziskus verspricht <strong>Gehorsam und Ehrerbietung dem Herrn Papst Honorius und seinen rechtmäßigen Nachfolgern</strong> sowie der Römischen Kirche.<br>Und die anderen Brüder sollen verpflichtet sein, dem Bruder Franziskus und dessen Nachfolgern zu gehorchen.&#8220; (bR 1)</p>



<p class="has-text-align-left">Der seraphische Vater Franziskus, Ordensgründer und bis heute &#8222;Role Model&#8220; aller franziskanisch orientierten Brüder und Schwestern, hat das Problem intuitiv erfasst: Eine der Herausforderungen bei der Nachfolge Christi ist die Gemeinschaft mit den anderen Gläubigen. Ein Christ geht nicht allein durchs Leben. Es ist die Kirche, die ihn an den Herrn bindet. Für Franz von Assisi (1181-1226) war immer klar, dass er sich und seine Ordensgemeinschaft an die Kirche bindet. Das kommt nicht nur im ersten Absatz der Ordensregel zum Ausdruck, sondern zeigt sich auch bei zahlreichen anderen Begebenheit, in denen bei den kirchlichen Amtsträgern um Rat oder Indikation fragt. Die Einheit der kirchlichen Gemeinschaft verwirklichte sich für Franz von Assisi im Amt der Nachfolger Petri. Es ist zwar &#8211; heute mehr denn je &#8211; durchaus legitim, anderer Meinung zu sein als die Kirchenleitung. Bisweilen scheint ein Einwand auch geboten, aber wer sich grundsätzlich gegen einen römischen Pontifex stellt, der kann sich dabei nur schwer auf den großen Heiligen aus Assisi berufen.  </p>



<p class="has-text-align-left">Und das gilt auch noch nach 800 Jahren: Jeder Christ kann und soll sich Gedanken machen, wie und mit wem es weiter geht. Aber wer auch immer am Ende von der Benediktionsloggia am Petersplatz winkt, dem gilt dann &#8222;Treue und Ehrerbietung&#8220; (bR 1).   </p>



<p>mtz </p>
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		<title>Zwei Zeugen der Hoffnung: Kapistran Pieller ofm &#038; Angelus Steinwender ofm</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 12:11:36 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Orden / Franciscania]]></category>
		<category><![CDATA[Franziskaner]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 15. April 2025 jährt sich zum 80. Mal der Todestag von Kapistran Pieller und Angelus Steinwender. Die beiden Franziskaner wurden von Nationalsozialisten erschossen.</p>
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<p>Kommende Woche jährt sich zum 80. Mal die Ermordung der zwei Franziskaner Kapistran Pieller ofm und Angelus Steinwender ofm. Mit über 40 anderen Gefangenen wurden die beiden Priester am 15. April 1945 in Stein an der Donau von Nationalsozialisten erschossen.  </p>



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<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="640" height="853" src="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3.jpg?resize=640%2C853&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-1118" style="width:500px" srcset="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3-scaled.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3-scaled.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3-scaled.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3-scaled.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Pieller-Steinwender-OFM-Graz-3-scaled.jpg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></figure></div>


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<p>Die Erzdiözese Wien verweist auf das Schicksal der beiden Franziskaner und erinnert an sie als &#8222;<em><a href="https://www.erzdioezese-wien.at/unit/offenekirche/hoffnungspilgern/hoffnungszeugen/kapistranpieller">hoffnungszeugen</a></em>&#8222;. In der Franziskanerkirche Graz, einer der Wirkungsstätten von Kapistran Pieller, werden Mitbrüder, Gläubige und die Katholisch Österreichische Hochschulverbindung Carolina Graz am Dienstag, 15. April 2025 (16 Uhr) einen Gottesdienst für die beiden Opfer des nationalsozialistischen Terrors feiern. Im Anschluss an den Gottesdienst wird ihrer an der Gedenktafel (Siehe Bild) an der Franziskanergruft gedacht werden.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">P. DDDr. Kapistran Pieller ofm (1891-1945)</h2>



<p>Kapistran Pieller wurde am 30. September 1891 in Wien geboren und zunächst auf den Namen Wilhelm getauft. 1914 trat er in den Franziskanerorden ein und nahm den Ordensnamen Johannes Kapistran an. Am Franziskanergymnasium Hall holte er die Matura nach und studierte ab 1914 in Graz und Wien. 1918 wurde er zum Priester geweiht. Pieller promovierte 1927 in Staatswissenschaften und 1929 in Rechtswissenschaften an der Universität Graz. Sein Theologiestudium ergänzte er 1937 mit einer Promotion in Wien. Als Seelsorger wirkte er unter anderem in St. Pölten und Graz und betreute die katholische Hochschulverbindung Carolina Graz.</p>



<p>Nach dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland im Jahr 1938 engagierte sich Pieller in der Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs (AFÖ) und unterstützte den Widerstand gegen das nationalsozialistische Terror-Regime. Für die AFÖ verfasste und vervielfältigte er Flugblätter. Im August 1943 verhaftete ihn die GeStaPo in Eisenstadt. Der Volksgerichtshof in Wien verurteilte ihn im August 1944 zum Tode. Pieller blieb mehrere Monat in Wien in Haft. Kurz vor der Einrückung der Roten Armee überstellte die GeStaPo am 5. April über 40 Gefangene nach Stein an der Donau, wo sie am 15. April 1945 erschossen und in einem Massengrab vergraben wurden. Wenige Tage zuvor war es im Zuchthaus Stein zum berüchtigten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_im_Zuchthaus_Stein">Massaker</a> mit mehreren Toten gekommen.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">A.R.P. Angelus Steinwender ofm (1895-1945)</h2>



<p>Angelus Steinwender ofm wurde 1895 in Maria Lankowitz (Bezirk Voitsberg) geboren und zunächst auf den Namen Eduard getauft. 1913 trat er in den Franziskanerorden ein und nahm den Ordensnamen Angelus an. 1920 wurde er in Wien zum Priester geweiht. Ab 1939 leitet er als Provinzialminister die Wiener Franziskanerprovinz zum hl. Bernhardin von Siena. Steinwender galt als Unterstützer des ermordeten Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß und kritisierte offen die nationalsozialistische Machtübernahme in Österreich. </p>



<p>Im Juli 1943 wurde Steinwender in Wien von der GeStapo verhaftet. Die Anklage warf ihm Unterstützung der AFÖ vor. Trotz geringer Beweislage wurde er zusammen mit Pieller und anderen Mitgliedern der AFÖ im August 1944 zum Tod verurteilt und am 15. April 1945 &#8211; nur wenige Tage vor dem deutschen Zusammenbruch am 8. Mai &#8211; in Stein an der Donau erschossen. </p>



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		<title>7 Fragen aus dem Leben</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Mar 2025 14:04:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kirchenzeitung der Diözese Bozen-Brixen hat einen Fragebogen gestellt. 7 Antworten, die das Denken eines Menschen beschreiben (sollen). Credits: Katholische Sonntagsblatt. Kirchenzeitung der Diözese Bozen-Brixen. Ausgabe Nr. 10 (9. März 2025).</p>
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<p>Die Kirchenzeitung der Diözese Bozen-Brixen hat einen Fragebogen gestellt. 7 Antworten, die das Denken eines Menschen beschreiben (sollen).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="133" height="799" src="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/mtz-im-Sonntagsblatt-7-Fragen-090325.jpg?resize=133%2C799&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-1112" srcset="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/mtz-im-Sonntagsblatt-7-Fragen-090325.jpg?w=133&amp;ssl=1 133w, https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/mtz-im-Sonntagsblatt-7-Fragen-090325.jpg?resize=50%2C300&amp;ssl=1 50w" sizes="(max-width: 133px) 100vw, 133px" /></figure>



<p>Credits: <a href="https://sonntagsblatt.it/de/">Katholische Sonntagsblatt</a>. Kirchenzeitung der Diözese Bozen-Brixen. Ausgabe Nr. 10 (9. März 2025). </p>
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		<title>DOKU: Sonnengesang des Franziskus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[windl]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jan 2025 14:55:10 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Orden / Franciscania]]></category>
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		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
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		<category><![CDATA[Sonnengesang]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der &#8222;Sonnengesang&#8220; des seraphischen Franziskus wird 800 Jahre alt. Es ist eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse der italienischen Sprache und gleichzeitig einer der meist verarbeiteten Texte der Weltliteratur. Die deutsche Fassung. Der &#8222;Cantico delle Creature&#8220; ist das bekannteste Lied oder</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der &#8222;Sonnengesang&#8220; des seraphischen Franziskus wird 800 Jahre alt. Es ist eines der ältesten schriftlichen Zeugnisse der italienischen Sprache und gleichzeitig einer der meist verarbeiteten Texte der Weltliteratur. Die deutsche Fassung. </p>



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<p>Der &#8222;Cantico delle Creature&#8220; ist das bekannteste Lied oder Gebet, das von Franz von Assisi (1181-1226) selbst stammt. Der Ordensgründer soll es 1225 verfasst haben, als er selbst in San Damiano krank im Bett lag. Der jubelnde Hymnus stellt eine Antwort auf die Erfahrung von Schmerz und Schwäche dar. Einigen Biographen zufolge fügte Franziskus die Friedensstrophe später hinzu, um einen Streit zwischen dem Bischof und dem Bürgermeister von Assisi zu schlichten. Eine später erfolgte Erweiterung ist auch die Strophe über „Schwester Tod“, die er verfasst haben soll, als er selber ein Jahr später dem Sterben nahe war (Per 7; SP 123). Das Gebet ist nicht nur eine Hymne auf Gottes gute Schöpfung, sondern fordert eine positive Hinwendung zur Welt und eine Annahme von Krankheit und Tod. Die deutsche Fassung unten folgt der grundlegenden Quellen-Edition <em>Berg, Dieter / Lehmann, Leonhard: Franziskus-Quellen. Die Schriften des heiligen Franziskus, Lebensbeschreibungen, Chroniken und Zeugnisse über ihn und seinen Orden, Butzon &amp; Bercker 2009</em>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2025/04/Assisi-San-Damiano.jpg?w=640&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-1098" style="aspect-ratio:16/9;object-fit:cover;width:800px"/></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-dots"/>



<p class="has-text-align-center"><sup>1</sup>Höchster, allmächtiger, guter Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.</p>



<p class="has-text-align-center">Dir allein, Höchster, gebühren sie,</p>



<p class="has-text-align-center">und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>2</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">mit allen deinen Geschöpfen,</p>



<p class="has-text-align-center">zumal dem Herrn Bruder Sonne,</p>



<p class="has-text-align-center">welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.</p>



<p class="has-text-align-center">Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:</p>



<p class="has-text-align-center">Von dir, Höchster, ein Sinnbild.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>3</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch Schwester Mond und die Sterne;</p>



<p class="has-text-align-center">am Himmel hast du sie gebildet,</p>



<p class="has-text-align-center">klar und kostbar und schön.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>4</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken</p>



<p class="has-text-align-center">und heiteres und jegliches Wetter,</p>



<p class="has-text-align-center">durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>5</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch Schwester Wasser,</p>



<p class="has-text-align-center">gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>6</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch Bruder Feuer,</p>



<p class="has-text-align-center">durch das du die Nacht erleuchtest;</p>



<p class="has-text-align-center">und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>7</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch unsere Schwester, Mutter Erde,</p>



<p class="has-text-align-center">die uns erhält und lenkt</p>



<p class="has-text-align-center">und vielfältige Früchte hervorbringt</p>



<p class="has-text-align-center">und bunte Blumen und Kräuter.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>8</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen</p>



<p class="has-text-align-center">und Krankheit ertragen und Drangsal.</p>



<p class="has-text-align-center">Selig jene, die solches ertragen in Frieden,</p>



<p class="has-text-align-center">denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>9</sup>Gelobt seist du, mein Herr,</p>



<p class="has-text-align-center">durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;</p>



<p class="has-text-align-center">ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.</p>



<p class="has-text-align-center">Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.</p>



<p class="has-text-align-center">Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen,</p>



<p class="has-text-align-center">denn der zweite Tod6Þ wird ihnen kein Leid antun.</p>



<p class="has-text-align-center"><sup>10</sup>Lobt und preist meinen Herrn</p>



<p class="has-text-align-center">und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.</p>
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		<title>Sozialethische Morgenlage: Kirche als Akteur im Staat</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Jan 2024 09:44:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Moritz Windegger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Orthodoxe Kirche in Russland ist größtenteils mit dem Staat verwoben. Spätestens seit Wladimir Michailowitsch Gundjajew im Jahr 2009 als Kyrill I. zum Patriarchen aufgestiegen ist, wähnt sie sich in einem Kulturkampf gegen liberale Werte des Westens. Aber nicht gegen</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Orthodoxe Kirche in Russland ist größtenteils mit dem Staat verwoben. Spätestens seit Wladimir Michailowitsch Gundjajew im Jahr 2009 als Kyrill I. zum Patriarchen aufgestiegen ist, wähnt sie sich in einem Kulturkampf gegen liberale Werte des Westens. Aber nicht gegen alle. Innerhalb der Orthodoxen Kirche gibt es Vertreter alternativer Standpunkte oder sogar Widerständler, aber von außen sind sie kaum wahrnehmbar. Das ist die Einschätzung von Regina Elsner, Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, die sie in einem Online-Gespräch der Reihe &#8222;Sozialethische Morgenlage Mitteleuropa&#8220; dargelegt hat. Die Serie ist ein Projekt der in Wien tätigen Vereinigung für Sozialethik in Mitteleuropa: Mit dem neuen Format lädt die Vereinigung regelmäßig zu einem Gedankenaustausch mit Wissenschaftern zu aktuellen Themen. Anmelden kann man sich <a href="http://www.christliche-sozialethik.de">online</a>. Einige Notizen eines Hörers.</p>



<p><strong>1. Vernunft als Teil des Glaubens</strong></p>



<p>Die Orthodoxen Kirchen in Osteuropa &#8211; und insbesondere jene in Russland &#8211; sind nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Sozialismus innerhalb weniger Jahre zu einer machtvollen Institution herangewachsen. Kirchliche Vertreter haben Einfluss auf Haltung und Überzeugungen vieler Menschen. Bischöfe wie Kyrill üben diesen Einfluss auch aus, indem sie gesellschaftliche Entwicklungen kommentieren und bewerten. Nachdem zu Beginn der 1990er Jahre die meisten anderen Institutionen aus der Sowjetzeit zusammengefallen waren, schenkten viele Menschen der intakt gebliebenen Kirche zunehmendes Vertrauen. Spätestens ab 1997 ist&nbsp;es zu einer verstärkten Kooperation zwischen Orthodoxer Kirchenführung oder Orthodoxen Theologen und staatlichen Machthabern gekommen.</p>



<p>Aus Sicht eines säkularen Staates stellt sich die Frage, welche Verpflichtungen nimmt der Staat Kirchen und kirchlichen Vereinigungen ab und welche Rechte gewährt er ihnen. Das geschieht in den meisten Staaten der Freien Welt in Prozessen jahrelanger Aushandlungen und auch nicht aus Gründen gnadenhafter Zugeständnisse der Kirche gegenüber, sondern wegen der Einsicht, dass Ausübung von Religion ein grundsätzlich den Bürgern zu garantierendes Recht ist. Ähnlich ist dieselbe Fragestellung aus der anderen Perspektive, jener der Religionsgemeinschaft, seit Jahrhunderten ein prozesshaftes Ringen: Welche Beziehung soll eine Glaubensgemeinschaft oder sollen die Gläubigen zum Staat und dessen Machtstrukturen unterhalten? In jüdisch-christlicher Vorstellung ist die Frage nach der angemessenen Beziehung auch eine Glaubensfrage, insofern der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs immer auch weltimmanent in der Geschichte wirkt. Das ist biblisch gut grundiert und im Christentum seit seinen Anfängen eine beständig neu auftretende Frage. Insofern Gott neben allem Anderen in der Welt auch die nicht gläubigen Herrscher oder säkulare Machtstrukturen will oder zumindest zulässt, steht ihre grundsätzliche Legitimität theologisch außer Zweifel. Was natürlich nie heißen kann, dass der einzelne Akt eines Herrschers göttliche Legitimation erfährt. Im Hintergrund leuchtet des Paulus holzschnitzartig formulierte Mahnung&nbsp;an die Christen in Rom auf, wonach sich jeder Mensch den Trägern staatlicher Gewalt unterzuordnen habe, denn &#8222;<em>es gibt keine staatliche Gewalt außer von Gott; die jetzt bestehen, sind von Gott eingesetzt</em>&#8220; (Röm 13,1). Dabei&nbsp;geht es im Wesentlichen darum, dass Bürger ihren Glauben nicht in einen endzeitlichen Aufstand gießen, wie Bonhoeffer konstatiert, der die Gottgegebenheit von staatlicher Obrigkeit insofern begrenzt sieht, dass neben ihr andere Obrigkeiten wie bspw. die Familie dieselbe Autorität beanspruchen können und keine Obrigkeit die andere zu vereinnahmen hat<strong><sup>1</sup></strong>.&nbsp;Außer Frage steht, dass mit dieser Mahnung des Völkerapostels leicht Unrecht geschehen kann und geschehen ist. Einen negativen&nbsp;Höhepunkt konstruierten die deutschen Nationalsozialisten, die mit einer verzerrten Lektüre von Röm 13 den eigenen Totalitarismus als gottgewollt darzustellen suchten. Was nur mittels Auslassung wesentlicher Teile des paulinischen Textes möglich ist<strong><sup>2</sup></strong>.&nbsp;Paulus steht mit seiner Mahnung in der Tradition anderer diasporajüdischer Denker wie Philo und Josephus. Schlussendlich ist der Abschnitt eine Absage daran, das Evangelium zu einem revolutionären Akt zu degradieren, der die heidnische Herrschaft mit dem Reich Gottes ersetzen soll. Zudem steht der Integrationsaufruf unter den Vorzeichen fundamentaler&nbsp;Grundwerte wie beispielsweise der Nächstenliebe (Röm 13,8), Gerechtigkeit (Röm 13,5-6) oder Selbstverantwortung (Röm 12,2).</p>



<p>Der Versuch der Christen, die pantokratische Christologie oder den, aus dem Judentum übernommenen strikten Monotheismus mit einer Welt zu vereinen, die religiös pluralistisch und oft genug auch&nbsp;christenfeindlich ist, ist historisch von einmal mehr, einmal weniger starkem Erfolg geprägt. Katholischerseits scheint das Konzil zu sehr ähnlichen Überzeugungen gelangt zu sein wie zuvor Bonhoeffer (GS 73-76). Wesentlich ist dabei, dass sowohl der individuelle Mensch&nbsp;als auch die kollektive Gemeinschaft&nbsp;eine saubere Trennung der Lebensbereiche vornimmt: &#8222;<em>Sehr wichtig ist besonders in einer pluralistischen Gesellschaft, daß man das Verhältnis zwischen der politischen Gemeinschaft und der Kirche richtig sieht, so daß zwischen dem, was die Christen als Einzelne oder im Verbund im eigenen Namen als Staatsbürger, die von ihrem christlichen Gewissen geleitet werden, und dem, was sie im Namen der Kirche zusammen mit ihren Hirten tun, klar unterschieden wird</em>&#8220; (GS 76). In diesem Grundsatz&nbsp;offenbart sich ein erstes Problem der theologischen Aufladung des russischen Patriarchen, mittels derer er den Kriegszug gegen die Ukraine zu rechtfertigen sucht. Kyrill positioniert die Russisch-Orthodoxe Kirche in einem „<em>metaphysischen Kampf</em>“, bei dem es gelte, sich „<em>auf Seiten der Wahrheit Gottes,&nbsp;auf Seiten dessen, was uns das Licht Christi, sein Wort, sein Evangelium offenbare</em>n“ zu stellen. Die Regierung im Kreml ist also ein heilbringendes, ein soteriologisches Instrument geworden. Aufrechterhalten lässt sich diese Zuschreibung allerdings nur, solange der Patriarch wesentliche Aspekte des russischen Handelns auslässt:&nbsp;Todesopfer, Vergewaltigungen, Verschleppungen und nicht zuletzt der nicht zu&nbsp;leugnende Bruch internationaler Vereinbarungen. Im katholischen Verständnis sind Gerechtigkeit und Vernunftgebrauch aber nicht nur optionaler Zusatz, sondern wesentlicher Bestandteil des Glaubens. Darauf wies 2010 Papst Benedikt XVI.&nbsp;vor dem deutschen Bundestag hin und zitierte in diesem Zusammenhang nicht zufällig das berühmte Wort des Augustinus von der&nbsp;Räuberbande des rechtsfreien Staates: Auf Augustinus hatte sich schon Sophie Scholl bezogen.&nbsp;Entscheidend bei der Feststellung dessen, was Recht ist, sei es, dass&nbsp;Vernunft und Natur aufeinander bezogen werden müssten, konstatierte dabei Ratzinger. Wendet man nun den Grundsatz auf die&nbsp;Parteinahme des Patriarchen an, wird schnell klar, dass seiner Einordnung in das Kreml-System eine beschädigte Theologie zugrunde liegt. Wer seiner Argumentation folgt oder Verständnis für die russische Position im Krieg gegen die Ukraine signalisiert, muss erklären, wie er die Elemente offensichtlichen Unrechts rechtfertigt.</p>



<p><strong>2. Mit wem wir (nicht mehr) sprechen</strong></p>



<p>Es scheint so, dass der Diskurs innerhalb der Russischen Orthodoxie genauso wenig einhellig ist wie in der russischen Gesellschaft insgesamt. Widerstand organisiere sich vorwiegend in der Auslandscommunity, innerhalb Russlands träten Dissidenten immer weniger öffentlich in Erscheinung, erzählt Elsner während der Morgenlage. Im März 2022 haben sich ca 300 Priester der Orthodoxen Kirche in einem Offenen Brief gegen den Krieg ausgesprochen. Im Großen und Ganzen bleibt der Widerstand aber im Untergrund. Das Regime im Kreml ist auch auf Diskurshoheit bedacht und investiert einiges im In- und Ausland, diese Diskurshoheit zu erlangen oder zu bewahren. Dazu gehört auch die Verfolgung von Dissidenten und deren Familien. Vor diesem Hintergrund sind auch all jene Versuche einzuordnen, Gespräche mit Offiziellen oder Kirchenvertretern für das eigene Narrativ zu instrumentalisieren. Aus der eigenen Erfahrung in Osteuropa empfiehlt Elsner deswegen, &#8222;<em>dass man mit der Kirchenleitung überhaupt keinerlei Kontakte mehr pflegen sollte</em>&#8222;, derlei Anstrengungen &#8211; auch ökumenischer Art &#8211; seien durchgängig instrumentalisiert worden.</p>



<p>Das verständliche Ansinnen, sich nicht für Propaganda instrumentalisieren zu lassen, eröffnet ein Dilemma: Einerseits führt Russland einen Informationskrieg, mit dem es auch im Ausland den Diskurs zu bestimmen sucht. Gesprächspartner zu haben, verleiht Legitimation. Demzufolge erscheint es angemessen, einem kriegerischen Regime nicht auch noch von außen solche Legitimation zu geben. Anderseits verbleibt einer christlich-sozial geprägten Anstrengung zum Frieden nur der Dialog. Vor dem Hintergrund, dass weiterhin die Mehrheit der Menschen in Russland hinter ihrer Regierung stehen, wird die Dialogbereitschaft sogar zur Verpflichtung. Insofern erscheinen auch die Dialog-Anstrengungen des Heiligen Stuhls weniger in &#8222;<em>mangelnder Kompetenz</em>&#8220;&nbsp;begründet, sondern sind Ausdruck einer konsolidierten Haltung oder Tradition: Für die vatikanische Diplomatie ist der Erhalt eines Gesprächsfadens ein übergeordnetes Ziel, für das sie unter Umständen &#8211; z.B. in China &#8211; sogar bereit ist, bei Glaubensinhalten Kompromisse einzugehen. Ausschließlich mit Oppositionellen zu sprechen, birgt mittelfristig die Gefahr, an Russland vorbeizureden. Es wird also eine beständige Abwägung brauchen, unter welchen Umständen und zwischen welchen Partnern Dialog angemessen erscheint.</p>



<p><strong>3. Wie universal&nbsp;&#8222;Menschenrechte&#8220; sind</strong></p>



<p>Innerhalb eines sozialethischen Diskurses scheint es einen universal gültigen Kanon zu geben, an dem Handlungen und Inhalte kirchlicher Institutionen gemessen und bewertet werden.&nbsp;Auch Prof. Elsner bezieht sich in der Auseinandersetzung mit der Rolle der Orthodoxen Kirche in Russland mehrmals auf Menschenrechte. So sei die russische Orthodoxie bezüglich freier Religionsausübung international zwar eine Vorkämpferin, Menschenrechte, die die individuelle Lebensweise schützen sollen, würden gleichzeitig oft gar nicht erst anerkannt oder beschnitten. Solche oder ähnliche Tendenzen sind auch in anderen Kirchen zu beobachten, in Russland erlaubt die Verzahnung mit staatlichen Machtstrukturen eine entsprechende Politik. Doch sind Menschenrechte überhaupt relevant zur Beurteilung religiöser Inhalte? In den meisten Staaten der Welt &#8211; nicht nur im Westen &#8211; würde diese Frage bejaht: Es herrscht breiter&nbsp;Konsens darüber, dass es Rechte gibt, die jemandem zukommen, insofern er Mensch ist. Aus christlicher oder katholischer Sicht speist sich der Grundsatz im biblischen Verständnis der Geschwisterlichkeit, die allen Menschen zuteil wird. Schwieriger ist es, die Menschenrechte zu beschreiben, also ihre konkrete Entfaltung. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 hat zwar globale Anerkennung gefunden, ist aber ein juristischer Text, der abstrakte Ideale verbindlich machen will. Ihre Umsetzung hängt aber vom spezifischen sozio-kulturellen Kontext ab, wie jüngst auch Freistetter / Neuhold dargelegt haben.<strong><sup>3</sup></strong>&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Die quantitative und qualitative Erweiterung des Menschenrechtskataloges nach 1948 birgt jedoch die Gefahr einer Schmälerung des Konsenses und damit der Wirksamkeit der erklärten Ideale insgesamt: &#8222;<em>Es ist gängige Praxis geworden, dass Gruppen ihre eigenen &#8218;Menschenrechte&#8216; als Kampfinstrumente gegen die &#8218;Menschenrechte&#8216; anderer Gruppen einfordern.</em>&#8222;<strong><sup>4</sup></strong> Realistischerweise kann man annehmen, dass weder die russische Orthodoxie noch der Freie Westen mittelfristig von seinem eigenen Menschenbild Abstand nehmen oder jeweils zentrale Inhalte aufgeben wird. Vor dem Hintergrund des Ringens um Diskurshoheit erscheint es jedoch ratsam, in eine Auseinandersetzung das Gemeinsame zu betonen und nicht mit einem vage definierten Menschenrechts-Begriff zu gehen, der dann Anlass bietet, dem Westen einen Werte-Imperialismus und kulturellen Kolonialismus vorzuwerfen.</p>



<p><strong>4. Welche Gesellschaft zivil ist</strong></p>



<p>Die Frage, wie sich Kirche &#8211; im Fall Russlands eben die Russisch-Orthodoxe Kirche &#8211; zum Staat positioniert, lässt sich durchaus weiter fassen: Wie integriert sich Kirche angemessen in eine Gesellschaft? Bereits Hannah Arendt hat Widersprüchlichkeiten in der Entwicklung des Gesellschaftsbegriffes aufgezeigt und darauf hingewiesen, wie sich auf der Ebene von Gesellschaft die Sphären des privaten Haushaltes und der öffentlichen Politik annähern bzw. vermischen.</p>



<p>Hängt auch der Bedeutungsinhalt von &#8222;Gesellschaft&#8220; vom Fach ab, über das man sich ihm nähert, so kann man dennoch grob feststellen, dass Gesellschaft eine Gemeinschaft von Personen umfasst, die auf irgendeine Weise miteinander interagieren. Problematischer und in sozialethischen Debatten zunehmend eine Herausforderung ist der Begriff der &#8222;Zivilgesellschaft&#8220;. Geformt hat den Begriff Antonio Gramsci, der darin all jene Gemeinschaften zusammenfasste, die nicht staatlich sind, insofern er jede staatliche Einrichtung als eine Art martialisches Instrument verstand, die&nbsp;zur Unterdrückung der Arbeiterklasse diente.&nbsp;&nbsp;&#8222;Zivil&#8220; versteht sich dabei als Gegenteil der martialischen Staatsorgane. Die Begriffsverwendung hat sich inzwischen gewandelt. Heute beschreibt Zivilgesellschaft&nbsp;&#8222;<em>(&#8230;) einen Bereich innerhalb der Gesellschaft, der zwischen dem staatlichen, dem wirtschaftlichen und dem privaten Sektor angesiedelt ist. Die Zivilgesellschaft umfasst die Gesamtheit des Engagements der Bürger eines Landes – zum Beispiel in Vereinen, Verbänden und vielfältigen Formen von Initiativen und sozialen Bewegungen. Dazu gehören alle Aktivitäten, die nicht profitorientiert und nicht abhängig von parteipolitischen Interessen sind.</em>&#8222;<strong><sup>5</sup> </strong>Der Begriff &#8222;Zivilgesellschaft&#8220; erscheint in der Öffentlichkeit häufig als qualitative Beschreibung des Nicht-Verzweckten, des absichtslosen Engagements für das Gemeinwohl. Im Idealfall entspringt &#8222;Zivilgesellschaft&#8220; der Graswurzel Bevölkerung: Bürger engagieren sich ohne weitere strategische Absichten für ein wichtiges und gemeinwohlorientiertes Anliegen. Bekannte Beispiele sind die Bürgerrechtsbewegung in der ehemaligen DDR, die zum Fall der Berliner Mauer geführt haben oder auch in kleinerem Maßstab Verbände Freiwilliger Feuerwehren.&nbsp;Im Falle Russlands konstatiert Elsner eine Zivilgesellschaft, die allenfalls im Untergrund tätig ist. Im Gegensatz dazu hätten andere Länder Osteuropas stärkere zivilgesellschaftliche Strukturen, die dem Staat und den Kirchen gegenüber als Korrektiv auftreten.</p>



<p>In einer multipolaren Kommunikationsgesellschaft mit einem stark strukturierten Dienstleistungssektor verschwimmen aber zunehmend die Abgrenzungen der Bereiche. Das gilt insbesondere für den Diskurs auf globaler Ebene. Größere Verbände unterhalten zur Erreichung ihrer Vereinszwecke auch grenzüberschreitend wirtschaftliche Tätigkeiten und sind mitunter auch parteipolitisch vernetzt, wie die jüngsten Diskussionen um das bundesdeutsche Recherchenetzwerk Correctiv oder die Mittelmeer-Aktivitäten des Vereines Sea Watch&nbsp;nahelegen.&nbsp;&nbsp;Für eine transparente Debatte erscheint es deswegen zielführender, auf die qualitative Klassifizierung von Interessensgemeinschaften zu verzichten und stattdessen eine Gesellschaft in der Gesamtheit der in ihr wirkenden Akteure zu betrachten.&nbsp;In sozialethischer Hinsicht ist es nämlich schwer belegbar, wieso etwa die Organisation Global 2000 mit dem Prädikat &#8222;zivilgesellschaftlich&#8220; versehen werden kann und die Arbeiterkammer eben nicht.&nbsp;</p>



<p><strong>Was bleibt</strong></p>



<p>Insgesamt kann man feststellen, dass der Überfall Russlands auf die Ukraine eine ganze Reihe an sozialethischen Beobachtungen offenbart hat, die bereits vorgelegen waren, die aber seit Februar 2022 unübersehbar aufgebrochen sind:</p>



<p>&#8211; Das Regime von Vladimir Putin hat ungefiltert gezeigt, dass es für den Erhalt der Macht bereit ist, Krieg zu führen, Gegner im In- und Ausland zu verfolgen und auszuschalten. Ein wesentlicher Faktor bei der Absicherung seiner Macht kommt kirchlichen Akteuren zu. Vor diesem Hintergrund stellt sich christlicherseits neu die alte Frage, wie eine angemessene Positionierung von Kirche zu Staat&nbsp;überhaupt zu gestalten ist.</p>



<p>&#8211; Im Lichte des &#8222;hybriden&#8220; Informationskrieges, den Russland nicht nur im eigenen Land, sondern auch im Ausland führt, stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen mit den Verantwortlichen in Moskau überhaupt ein Dialog möglich und wünschenswert ist. Sozialethisch erscheint eine völlige Einstellung des Dialoges undenkbar, insofern die Alternative zum Gespräch immer das Gefecht ist.&nbsp;</p>



<p>&#8211; Maßstab christlich-sozialer Reflexionen sind in einer pluralistischen Welt Menschen- und Bürgerrechte. Allerdings wird in jedem Kommunikationsgeschehen aufs Neue auszutarieren sein, wer konkret was darunter versteht. Eine umfassende Reflexion über Menschenrechte kommt also nicht umhin, am eigenen Menschenbild zu arbeiten. Anthropologische Vorstellungen sind aber nicht universal gültig, sondern unterliegen selber sozio-historischen Umständen.&nbsp;</p>



<p>&#8211; Im Sinne einer transparenten Debatte in der Öffentlichkeit erscheint es ratsam, offen darzulegen, wer welche Interessen vertritt: Die Gesellschaft ist eine Einheit mit unterschiedlichen, im Idealfall gleichermaßen legitimierten Akteuren. Eine Entgegensetzung von glaubwürdigeren &#8222;Zivilorganisationen&#8220; und weniger glaubwürdigen staatlichen Einrichtungen führt mittelfristig zu Verwirrung.&nbsp;</p>



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<p><strong>1</strong>&nbsp;Bonhoeffer, Dietrich: Theologisches Gutachten: Staat und Kirche, in: Glenthøj, Jørgen / Kabitz,&nbsp;Ulrich&nbsp;/ Krötke, Wolf (Hg.): Bonhoeffer, Dietrich. Konspiration und Haft. 1940-1945. Gütersloh:&nbsp;Gütersloher&nbsp;Verlagshaus, 1996, (= DBW 16), 506–535.</p>



<p><strong>2</strong> Windegger, Moritz: Alle sind Diener Gottes.&nbsp;Einwirkungen jüdischer Theologie auf das Verständnis von Staat und&nbsp;Gläubigen in Röm 13,1-7,&nbsp;Graz 2023, 32-40.&nbsp;</p>



<p><strong>3</strong> Freistetter, Werner / Neuhold, Leopold: In Zeiten der Krise. Herausforderungen für Gesellschaft und Kirche, Wien 2023, 98-99.</p>



<p><strong>4</strong> op. cit., 101.&nbsp;</p>



<p><strong>5</strong>&nbsp;<a href="https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976">https://www.bmz.de/de/service/lexikon#lexicon=14976</a></p>
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