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	<title>Eule, Author at Turm der Winde</title>
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		<title>Der würdelose Tod</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Aug 2021 07:10:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wohl wenig ängstigt den Menschen so sehr, wie die Gewissheit, dass er nur begrenzt lebt und die Fülle dessen, dass er erfahrt schlicht enden wird. Selbst wer die eigene Todesangst überkommt, erfährt sie oft in vermittelter Weise in der Furcht</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wohl wenig ängstigt den Menschen so sehr, wie die Gewissheit, dass er nur begrenzt lebt und die Fülle dessen, dass er erfahrt schlicht enden wird. Selbst wer die eigene Todesangst überkommt, erfährt sie oft in vermittelter Weise in der Furcht Nahe und Geliebte zu verlieren oder im Schmerz diese verloren zu haben. Gleichermaßen übt der Tod auf den Menschen eine ungemeine Faszination aus, die bis zur Todessehnsucht werden kann. Ein kleiner Nebenschauplatz dieser Spannung sind die gewählten Begriffe in Debatten und Gesprächen: Was für den einen ein Mord ist (Selbstmord), ist für den anderen ein Ausdruck an Freiheit (Freitod). Wer sich zumindest dem Anschein nach neutral geben will greift auf Begrifflichkeiten wie Suizid und Selbsttötung zurück. Dieser Beitrag wird in dieser Hinsicht sicherlich begrifflich unsauber bleiben auch wenn er eine Schlagseite hat, den Suizid kritisch sieht und tendenziell ablehnt. Nichtsdestotrotz soll und darf dieser Beitrag nicht in einer Verurteilung oder gar Belehrung ausarten, was der:die Leser:in kritisch überprüfen soll.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Würde des Menschen</h2>
<p>Schon die Überschrift ist polemisch und wohl auch zu recht kritisierbar. Immerhin ist gerade der „würdevolle Tod“ ein geprägtes Wort, wenn um aktive Sterbehilfe, Selbsttötungen oder auch das Sterben allgemein geht. Häufig hört man in Gesprächen über den Tod, dass zumindest das eigene Ableben nicht dahinsiechend von statten gehen soll. Mitunter wird für diese Vorstellung eines sanften Dahinscheidens auch gerne das Wort „würdig“ oder „würdevoll“ gebraucht. Bevor die zur zentralen These dieses Beitrags präsentiert wird, soll eine allgemeine Grundlage geschaffen werden. Ein Axiom ist notwendig:</p>
<blockquote><p><em>Die Würde des Menschen ist mit ihm verbunden. Sie kommt ihm durch sein Mensch-Sein zu. </em></p></blockquote>
<p>Das beinhaltet, dass dem Menschen die Würde auch nicht genommen werden kann. Zweifelsohne können Menschen in ihrer Würde gekränkt und verletzt werden, nicht umsonst beginnt auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte mit dem Unantastbarkeitsgebot der menschlichen Würde. Allerdings ist besonders herauszustreichen, dass trotz aller Verletzungen, auch im Angesicht des größten Unrechts, die Würde nicht genommen werden kann. Was bedeutet das nun aber im Kontext des Todes?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Der Tod, der große Negator</h2>
<p>Das Ende des menschlichen Lebens ist mit starken Emotionen verbunden. Sind einerseits Kummer und Machtlosigkeit die vorherrschenden Gefühle, gibt es andererseits auch eine Todessehnsucht, die häufig aus der Hoffnung, das Leid und die Not dieser Welt hinter sich zu lassen, erwächst. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass der Tod nicht nur die Verneinung des Lebens ist, sondern er mehr noch das Mensch-Sein beendet und nur einen Leichnam zurück lässt. Man versucht diese grausame Realität gerne beiseite zu schieben und gleichzeitig kann man sich ihrer nicht entziehen. Auch sprachlich schlägt sich diese Wirklichkeit nieder sagt man doch: „Er/sie <em>ist nicht mehr</em>.“ Daher gilt: Der Tod ist der große Negator des (diesseitigen) menschlichen Seins.</p>
<p>Das bedeutet für die Würde des Menschen dann aber auch, dass sie vom Tod negiert wird. Der Tod raubt allerdings nicht die Würde, das kann selbst der Tod nicht, allerdings nimmt er die Voraussetzung der Würde weg: Das Mensch-Sein. Gehört es doch untrennbar zu diesem Mensch-Sein zu leben. Ohne Leben kein Mensch-Sein und ohne Mensch-Sein keine Würde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hieraus ergibt sich dann auch die Kritik an der Idee des Todes als Befreiung. Nicht nur, dass man bei jeder Tötung wider der Würde des Menschen handelt, man muss sich auch der Frage stellen, um welche Freiheit es hier geht. Kann es eine Freiheit vom Leben überhaupt geben? Wer ist denn dann Träger der Freiheit? Woran ereignet sie sich? Es scheint plausibler noch zu sagen, dass mit der Würde auch die Freiheit endet, womit es aber auch kein Frei-Sein mehr gibt.</p>
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		<title>Das Boot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2021 16:00:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Noch vor der Vereidigung des neuen österreichischen Gesundheitsministers, Wolfgang Mückstein, geht es auf Social Media hoch her. Schon kurz nach der Ankündigung dieser Personalie stellte sich der Wiener Arzt einer Pressekonferenz. Bei dieser Gelegenheit hatten ihn Journalisten natürlich auch gefragt,</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Noch vor der Vereidigung des neuen österreichischen Gesundheitsministers, Wolfgang Mückstein, geht es auf Social Media hoch her. Schon kurz nach der Ankündigung dieser Personalie stellte sich der Wiener Arzt einer Pressekonferenz. Bei dieser Gelegenheit hatten ihn Journalisten natürlich auch gefragt, wie er denn zu möglichen zukünftigen Lockdowns stehe. Die wenig überraschende Antwort: „Ich werde unpopuläre Entscheidungen treffen, wenn es nötig ist. Weil ich mich dazu als Gesundheitsminister und Arzt verpflichtet sehe.“<br />
Soweit so wenig Neues. Spannender war da schon ein Social Media Posting, welches sinngemäß meinte: „Schade, dass er Lockdowns befürwortet, so wird er nie alle ins Boot holen!“</p>
<p>Doch was ist dieses Boot und wer sitzt da alles drinnen? Zuerst mal zum zweiten Teil dieser Frage, immerhin ist die Antwort darauf geradezu trivial: Alle sitzen im Boot und zwar ob wir wollen oder nicht. Es ist niemand hineinzuholen und es kann auch niemand aus freien Stücken aus dem Boot aussteigen. Natürlich kann man ein Selfie mit einem Palmenfilter machen und behaupten man wäre in Wirklichkeit längst am rettenden Ufer, aber sobald der Akku aus ist, muss man sich wohl damit abfinden, dass man doch genauso weit ist, wie alle anderen auch. Bis hierhin ist es ja recht unproblematisch, wenn ein paar Leute nicht mitrudern wollen, ist das natürlich nicht optimal, aber solange der Großteil mitmacht kommt man schon an. Richtig schwierig wird es, wenn man sich klar macht, dass es in diesem Boot nur begrenzte Vorräte gibt. Wenn jetzt jene, die meinen, es wäre gar nicht nötig zu rudern, weil das ohnehin die Strömung erledigt, auch noch anfangen sich gegen die Rationierung der Vorräte zu wehren, dann kann es sein, dass es schlussendlich viele nicht an Land schaffen.</p>
<p>Mittlerweile haben wir aber auch schon diesen obengenannten Fall längst überschritten. Aktuell gibt es manche, die meinen man müsste in die Gegenrichtung rudern, immerhin habe uns die Ruderei der letzten Monate erst in diese Situation gebracht. Und ja, das hat sie. Die mühsame Ruderei hat uns an einen Ort gebracht, an dem die Möwen schon zu hören sind und das Land am Horizont auftaucht. Schön blöd wäre es, jetzt in die Gegenrichtung zu rudern. Was das Boot ist, sollte nun auch klar sein und auf das Ausgangsposting rekurrierend bleibt nur zu sagen: Du musst nicht ins Boot geholt werden, du bist schon drin. Aber bitte, bitte stör wenigstens auf den letzten Metern nicht den Kurs.</p>
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		<title>Lebenszeugnis: DDDr. Kapistran Pieller OFM</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2020 18:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Orden / Franciscania]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Herr, höre meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu, achte auf mein lautes Flehen! &#160; Die Verzweiflung, die man in Zeiten der Not und in der Ausweglosigkeit erfährt, spiegelt sich schon in</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>  Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:</p>
<p>Herr, höre meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu,</p>
<p>achte auf mein lautes Flehen!</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><img data-recalc-dims="1" decoding="async" class="wp-image-253 alignleft" style="margin-right: 10px;" src="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2020/04/scaled-204x250-Pieller.png?resize=117%2C144&#038;ssl=1" alt="" width="117" height="144" /></p>
<p>Die Verzweiflung, die man in Zeiten der Not und in der Ausweglosigkeit erfährt, spiegelt sich schon in den ersten beiden Versen des Psalms 130 wider. Dieser Psalm begleitet die jüdischen und die christlichen Glaubensgemeinschaften seit Generationen. Im Gebet verbleibt man aber nicht in der bestehenden Situation der Not, sondern diese wird aufgelöst, in der Hoffnung auf den Herrn. Bereits im Gebet setzt man den ersten aktiven Akt, der aus der Not befreien soll: Aus der Klage wird Aktion.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Der Weg des Widerstands</h3>
<p>Dieses Tätigwerden in der Bedrängnis zeichnet auch das Leben von Pater DDDr. Kapistran Pieller OFM aus. Der 1891 als Wilhelm Pieller geborene Märtyrer trat 1909 in die Wiener Franziskanerprovinz ein und bekam den Ordensnamen Johannes Kapistran. Obwohl er die Universitätsreife nachholen musste, nahm sein Lerneifer nach dem Grundstudium der Theologie und seiner Priesterweihe 1918 nicht ab, so dass er schließlich drei Doktorgrade in Staatswissenschaften, Rechtswissenschaften und Theologie erlangte. Diese hohe Bildung wirkte sich scheinbar auch auf seine Predigten aus, so seien diese „hochwissenschaftlich“ und schwer verständlich gewesen, so berichtet es die Klosterchronik des Grazer Konventes, in dem er die meiste Zeit seines Ordensleben verbrachte. Trotz der offenkundigen Liebe zur akademischen Wissenschaft war sein Lebensmittelpunkt das Evangelium, der Glaube an Jesus Christus und Nachfolge nach der Art des Hl. Franziskus von Assisi. So diente er nicht nur als Ordensmann und Priester, sondern auch als Seelsorger einer Studentenverbindung in Graz, der K.Ö.H.V. Carolina. Kapistran Pieller durchlebte den ersten großen Krieg und die Not und Verzweiflung der Zwischenkriegszeit gläubig und im Dienst des Ordens. Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland gingen nicht nur politische und gesellschaftliche Änderungen einher, auch der Orden der Franziskaner war gezwungen Umzustrukturieren: Das Kloster Eisenstadt, welches bis dahin von der ungarischen Franziskanerprovinz verwaltet wurde, wurde der Wiener Provinz überschrieben, da es nicht mehr mit Ungarn besetzt sein durfte. P. DDDr. Kapistran Pieller kam aus diesem Grund 1940 ins Franziskanerkloster Eisenstadt. In diese Zeit fällt auch seine Unterstützung für die „Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreichs“ (AFÖ).  Die drei Schlüsselfiguren der Bewegung waren der Priester Dr. Anton Granig und der Landtagsabgeordnete Karl Krumpl, beide aus Kärnten, sowie der Franziskanerkleriker Frater Benno. Letzterer war als Soldat in Klagenfurt tätig und verteilte regimefeindliche Flugzettel. Bei deren Erstellung unterstützten ihn die beiden Patres Angelus Steinwender und Kapistran Pieller. Am 23. August 1943 wird Kapistran Pieller, nach vorangegangener Inhaftierung seines Provinziales Pater Angelus Steinwender, von drei Männern der GeStaPo „ohne Bekanntgebung der Ursache“ festgenommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Prozess und Verurteilung</h3>
<p>Der Prozess gegen sämtliche verhafteten Aktivisten der <em>Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs</em> fand im August 1944 statt und endete mit der Verurteilung von acht der 13 Mitglieder der AFÖ zum Tode, unter ihnen Pater Angelus und Pater Kapistran. Trotz der Einreichung mehrerer Gnadengesuche bei den NS-Stellen wurden die beiden Gefangenen am 4. April 1945 im Zuge eines Gefangenentransportes in die Haftanstalt Stein an der Donau überführt. Der viertägige Fußmarsch glich nach den Umständen der Haft bereits einem Todesmarsch, so berichtet ein Augenzeuge: &#8222;Da sieh! &#8230; Wie sie paarweise aneinandergekettet aus dem Tore schreiten. &#8230; Der Zug der Todeskandidaten. In grauen Kluften, mit grauen, verfallenen Gesichtern. &#8230; Wesen, die noch nicht tot sind und nicht mehr leben.&#8220;</p>
<p>Drei Tage vor deren Ankunft war es im Steiner Gefängnis zu einem Massaker gekommen: Als der Leiter der Anstalt, Hofrat Kodré, am 6. April die Freilassung der etwa 1800 Insassen anordnete und bereits etliche von diesen in Freiheit waren, rückten plötzlich Kräfte der SS, SA und Wehrmacht aus und richteten &#8222;ein unvorstellbares Blutbad&#8220; an. NS-Leute übernahmen die Leitung des Gefangenenhauses. Am 15. April wurde der Befehl zur Hinrichtung der 46 Wiener Häftlinge erteilt. Jeweils zu zweit wurden sie von den GeStaPo-Henkern im Hof der Anstalt erschossen.</p>
<p>P. Angelus Steinwender und P. Kapistran Pieller waren sofort tot. Die beiden Patres fanden ihre letzte Ruhestätte in einem Massengrab in Stein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Kraft aus dem Glauben</h3>
<p>Kapistran Pieller und alle Beteiligten der AFÖ sind also in großer Not tätig geworden. Sie haben geklagt, sie haben aus der Tiefe gerufen und die Kraft gefunden, der Not zu begegnen. Kapistran Pieller fand aus seinem Glauben und aus seiner Berufung heraus die Kraft, gegen das Unrecht und die faschistische Ideologie einzutreten. Seine Überzeugung aus dem Evangelium heraus Leben zu wollen, war unvereinbar mit den nationalsozialistischen Machenschaften, hier entsprang sein Widerstand. In der Not war ihm Gott nicht fern, seine Klage kam an und er wurde tätig um gegen den beklagenswerten Zustand anzukämpfen. Bis zu seinem Tod für den Glauben und für ein freies Österreich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure><img data-recalc-dims="1" decoding="async" style="width: 100%;" src="https://i0.wp.com/turmderwinde.eu/wp-content/uploads/2020/04/IMG_20200415_141351.jpg?w=640&#038;ssl=1" /><figcaption>Zum 75. Todestag der Märtyrer gedachten am 15. April 2020, Mitbrüder und Gläubige der Blutzeugen im Franziskanerkloster Graz.<br />
Links: P. DDDr. Kapistran Pieller, rechts: P. Dr. Angelus Steinwender.</figcaption></figure>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der vorliegende Text ist auf Basis einer Arbeit von Br. Johannes Pio Maria Pfister OFM, Theologiestudent des Grazer Franziskanerklosters entstanden.</p>
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		<title>Diskussion, eine Frage des Etiketts?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Mar 2020 16:44:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Etikett]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Beobachtung der zeitgenössischen Diskussionskultur. Eine Notwendigkeit des zeitgenössischen Schreibens und der Wissenschaften generell ist es in einem bestehenden Raster zuordenbar zu sein. Dies ist dabei beileibe nichts Schlechtes, sondern ungemein hilfreich um einen Überblick zu erhalten, Ordnung zu bewahren</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine Beobachtung der zeitgenössischen Diskussionskultur.</h3>
<p>Eine Notwendigkeit des zeitgenössischen Schreibens und der Wissenschaften generell ist es in einem bestehenden Raster zuordenbar zu sein. Dies ist dabei beileibe nichts Schlechtes, sondern ungemein hilfreich um einen Überblick zu erhalten, Ordnung zu bewahren und auch verwandte Fragestellungen zu finden. Wie ordnet man sich aber in dieses Raster, dieses System ein? Vorweg, es gibt nicht ein System schlechthin und auch nicht ein Ordnungssystem. Im wissenschaftlichen Kontext verzweigt sich jede Disziplin, nach den ihr eigenen Maßgaben, welche als je sinnvoll erachtet wurden in Unterdisziplinen, Forschungsgebiete, Spezialfragen und so fort. Literarisch versucht man mit Zeitzuordnungen, Gattungsbegriffen, Autorenphasen und dergleichen mehr eine Ordnung in das beinahe unüberschaubare Konvolut an Werken und Schriften zu bringen. Gerade hier liegt aber schon eine Problematik. Die unzweifelhaft notwendige Zuordnung eines Einzelwerkes, sei es wissenschaftlich, literarisch oder einer beliebigen anderen Sparte angehörig, ist bereits eine Annäherung an die Auslegung und Bewertung desselben. Bereits in der im letzten Satz getroffenen Kategorisierung in literarisch oder wissenschaftlich, wird bei erfolgter Einordnung eine Perspektive auf einen konkreten Text beispielhaft festgelegt. Natürlich mag es wenig sinnvoll sein einen wissenschaftlich intendierten Beitrag unter literarischen Gesichtspunkten zu lesen, dennoch ist es möglich und in gewissen Fällen sogar bereichernd. Doch was soll mit dem aufbrechen dieser Problematik bezweckt werden? Soll die Offenheit von Texten gezeigt werden? Sollen bestehende Ordnungssystem in Zweifel gezogen werden? Nein, weder das eine noch das andere.</p>
<p>Vielmehr soll aufgezeigt werden, dass es ohne Einordnung gar nicht (mehr) geht. Dabei handelt es sich nicht nur um ein wissenschaftliches Unvermögen, sondern, so wage ich zu behaupten, um ein menschliches. Das Bedürfnis Elemente der Lebensrealität zu klassifizieren und zu ordnen würde ich als mensch-immanentes Bedürfnis betrachten. Weiters, so scheint es zumindest, ist es sogar, wie oben angedeutet, eine Notwendigkeit. Aus der Einordnung heraus werden neue Sinnzusammenhänge greifbar, neue Denkwege offenbar und neue Synergien zu Tage gefördert. So wenig überraschend das auch ist, so geht mit der Systematisierung auch eine Problematik einher. Denn wo neue Perspektiven eröffnet werden, so werden durch das klassifizieren auch andere Blickwinkel verunmöglicht. Dem versucht man beizukommen, in dem man eine Vielfalt an unterschiedlichen Einordnungen parallel zulässt und so ein breites Spektrum an möglichen und vor allem untereinander vermittelbaren Perspektiven offenhält. Für die Diskussion im Allgemeinen bedeutet das, dass man natürlich im Vorhinein den eigenen Zugangsweg darlegt, ansonsten kann man weder über die Sache, noch über die Näherungsweise an dieselbige diskutieren. Wesentlich ist dabei aber nicht, dass alle Parteien dieselbe Herangehensweise an den Diskussionsgegenstand haben, sondern lediglich, dass jeder die des Gegenübers kennt. Es mag ja durchaus sein, dass für einen konkreten Fall ein Zugang besser geeignet ist als ein anderer.</p>
<p>Problematisch erscheinen nun folgende Punkte: Einerseits besteht die Gefahr den Diskussionsgegenstand aus den Augen zu verlieren und sich unentwegt über unterschiedliche Zugänge zu streiten. Dabei verschiebt man dann die zu diskutierende Sache auf eine Zugangs- oder Methodenfrage, was natürlich legitim ist, aber dann auch klar als solche für alle Parteien klar sein muss.<br />
Andererseits besteht die Gefahr, dass man aufgrund der Gewohnheit alles einzuordnen, zu katalogisieren und eben dahingehend mit einem Etikett zu versehen, den anderen, zumindest aber dessen Position ebenfalls zu etikettieren. Davon abgesehen, dass das wohl kaum dem Gegenüber wirklich gerecht werden kann, besteht die Gefahr, dass die Diskussion dadurch von jeglichem Inhalt entleert wird. Diese Etikettierungsprozesse sind nämlich nicht auf wenige konkrete Einzelne beschränkt, sondern vielmehr ein umfassendes Phänomen. Es ist durchaus denkbar, dass dieses durch den Anstieg der zu verarbeitenden Daten, die dem zeitgenössischen Menschen um die Ohren fliegen, ja, ihn sogar malträtieren können, geschuldet ist. In der Hoffnung nicht in einem Meer aus Information zu ertrinken, ordnet man die Datenflut in Pakete, etikettiert sie und evaluiert auf Basis des Etiketts, ob es wert ist, sich damit zu beschäftigen. Diese durchaus sinnvolle Herangehensweise ist als solche noch nicht problematisch, sondern scheint einfach Realität zu sein und notwendig um dieser beizukommen. Das Problem ergibt sich dann, wenn diese Strategie in abgewandelter Form in die Diskussion eingeht. Die Frage ist konkret: Nehme ich das Gegenüber, dessen Zugang und Argument in Hinsicht auf den Diskussionsgegenstand wahr, oder nur noch in Hinsicht auf das von mir (oder von anderen) vergebene Etikett? Denn wenn letzteres zutrifft, dann ist nicht nur die Diskussion als solche gegenstandslos, man könnte sogar fragen ob es sich überhaupt um eine Diskussion handelt, wenn es keine gemeinsame Basis gibt. Zusätzlich ist es die wohl umfassendste Geringschätzung des Gegenübers, wenn man es auf ein Etikett reduziert, auf das der betreffende zumeist nicht mal Einfluss nehmen kann. Für die Diskussion folgt aus der Gegenstandslosigkeit noch etwas: Sie wird beliebig, und damit sinnlos, sie hört schlicht auf im eigentlichen Sinne zu sein. Es wird vielmehr ein Gespräch, das keinen der Teilnehmenden bereichert, das keinen Mehrwert beinhaltet und das, so ist zu befürchten, lediglich die Etikettierungen durch das Unverständnis des Gegenübers verhärtet.</p>
<p>Was bleibt also? Bei aller Notwendigkeit Einzuordnen, zu katalogisieren und wohl auch zu etikettieren, darf eine Notwendigkeit nicht unter den Tisch fallen: Für die Diskussion ist es notwendig das Gegenüber vollumfänglich teilhaben zu lassen, nicht nur die eigene Meinung, das Etikett desselben.</p>
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		<title>Der Mensch als Verantwortungsträger – eine theologisch-ethische Perspektive</title>
		<link>https://turmderwinde.eu/theologia/der-mensch-als-verantwortungstrager-eine-theologisch-ethische-perspektive/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Jun 2019 10:15:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Bereits im Schöpfungsauftrag kommt dem Menschen die „Herrschaft“ über die Geschöpfe des Himmels und der Erde zu. Wesentlich bleibt die Frage, welche Form von Herrschaft hier impliziert wird. Offenkundig ist eine totalitäre und absolute Herrschaft über die Schöpfung schon durch</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits im Schöpfungsauftrag kommt dem Menschen die „Herrschaft“ über die Geschöpfe des Himmels und der Erde zu. Wesentlich bleibt die Frage, welche Form von Herrschaft hier impliziert wird. Offenkundig ist eine totalitäre und absolute Herrschaft über die Schöpfung schon durch Gottes Absolutheit schwer – oder besser unmöglich – denkbar. Doch warum sollte man sich überhaupt diese Frage stellen?</p>
<p>Konkret ist das Verhältnis des Menschen zur Schöpfung ja gerade in den jetzigen Tagen ein besonders aktuelles Thema. Hinsichtlich des Klimaumschwungs und seiner Implikationen sowie der Schöpfungsverantwortung des Menschen, die mit dieser Thematik bzw. Problematik einhergeht, kann man katholischerseits auf die Enzyklika <em>Laudato Si</em> zurückgreifen. Bereits kurz nach ihrem Erscheinen zeigten sich erste Bestrebungen von Theologinnen und Theologen, der Reduktion von <em>Laudato Si</em> auf den ökologischen Aspekt entgegenzutreten, indem auch immer wieder die soziale Dimension des Dokumentes herausgestrichen wurde: Es gilt die Zerstörung der natürlichen Welt und die Zerstörung der menschlichen Umwelt gemeinsam zu denken. Auch die Maßnahmen, mit denen diesen Zerstörungen entgegengewirkt werden soll, dürfen nicht voneinander getrennt gedacht werden. Der Ausbeutung der Natur zu begegnen bedeutet daher auch der Ausbeutung der Menschen – gerade der Ärmsten, die am meisten unter den Folgen der Umweltzerstörung leiden – zu begegnen.</p>
<p>Begründet wird diese Verpflichtung gerade auch in der Schöpfungsverantwortung: Denn dem Menschen ist nicht nur die Schöpfung von Gott gegeben, sondern auch der Mensch selbst ist Geschenk Gottes an den Menschen (LS 38). Der Auftrag, der sich aus <em>Laudato Si</em> ableiten lässt, ist also auf der gemeinsamen Basis des Verhältnisses zwischen Menschen und Schöpfung gegründet. Diese Basis bildet die Verantwortung des Menschen gegenüber seiner Umwelt, die nicht als Herrschaftsverantwortung, sondern vielmehr mit einer Art Hegeverantwortung zu denken ist.</p>
<p>Im Rahmen dieser Verantwortungsfrage gilt es aber auch zu bedenken, was verantwortliches Handeln für den Menschen im Kontext von Umwelt und menschlichem Gegenüber heißt. Verantwortung in diesem Sinne wäre im Kern doch verbunden mit dem Begriff der Gerechtigkeit und dem Maßhalten. Gerechtigkeit beträfe hierbei die Ebene der Menschen untereinander und das Maßhalten die Ebene von Umwelt und Mensch. Diese Bezüge sind aber wechselseitig, sofern man von einer Gerechtigkeit der Umwelt gegenüber und einem Maßhalten der Menschen füreinander sprechen kann. Verantwortliches Handeln im Kontext der gesamten Schöpfung muss also auf den Prinzipien der Gerechtigkeit und des Maßhaltens gründen, welche sich allgemein in Verantwortlichkeit synthetisieren lassen.</p>
<p>Problematisch ist, wie <em>Laudato Si</em> festhält, nicht das grundlegende Verhältnis zwischen dem Menschen und der Schöpfung, sondern vielmehr das abhandengekommene Verantwortungsbewusstsein: das Verantwortungsbewusstsein sowohl dem Nächsten gegenüber – obgleich hier wohl eher von „den Fernsten“, jener am Rande unserer global-ökonomischen Welt, die Rede sein sollte – als auch der Schöpfung gegenüber. Dieses Nicht-Nachkommen in Bezug auf Verantwortung ist nicht nur sozio-ökonomischer/politischer Natur („Die großen Firmen/die Staaten müssen etwas tun!“); es ist hingegen auch persönlicher Natur („Ich kann nichts ändern.“). Dabei soll hier nicht zum zigsten Male die Macht des Einzelnen hochstilisiert werden und ein die Fundamente unsere Lebensstile betreffender Änderungsappel ausgerufen werden – so berechtigt diese auch sein mögen – denn sie gibt sie nämlich schon zur Genüge.</p>
<p>Es soll hier eher folgende Frage aufgeworfen werden: Was geschieht, wenn niemand mehr die Verantwortung wahrnimmt, die aus dem Schöpfungsauftrag resultiert? Nicht nur, dass der Schöpfung und den Menschen massiver Schaden zufügt wird; es wird ebenso konkret mit der grundlegenden Aufgabe, die von Gott dem Menschen zugekommen ist, gebrochen. Dieses, neben der Gottesebenbildlichkeit, zweite Wesensmerkmal des Menschen würde gerade durch das Verabsäumen von menschengerechtem Handeln nichtig werden. Der Mensch würde sich selbst eines Teils seines Wesens berauben.</p>
<p>Ist also mit allen Mitteln und auf radikale Weise die Umwelt und das Klima um des Menschen willen zu retten? Nein. <strong>Der Mensch</strong> ist <em>Laudato Si</em> folgend radikal und mit allen Mitteln um der Schöpfung- <strong>und</strong> seiner selbst willen zu retten. Und mit ihm auch die Umwelt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p>Dieser Text nimmt maßgebliche Impulse aus einem Text von Univ.-Prof. Dr. Leopold Neuhold auf:</p>
<h5 class="kfuFPZitateAutoren">Neuhold, Leopold: Laudato si: Christliche Gesellschaftslehre mit neuen Akzenten &#8211; Gedankensplitter. In: Gesellschaft und Politik: Zeitschrift für soziales und wirtschafliches Engagement. 52,1. 2016. 87-95.</h5>
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		<title>Aufmerksamkeit um jeden Preis?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2019 11:25:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 22.6 verweigerte die vatikanische Frauenfußball-Mannschaft ihr Debutspiel gegen den FC Mariahilf in Österreich. Der Grund war eine Provokation, der Spielerinnen des FC Mariahilf. Diese zeigten beim Abspielen der vatikanischen Hymnen Protestbotschaften, welche die Haltung der Kirche hinsichtlich Abtreibung und</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22.6 verweigerte die vatikanische Frauenfußball-Mannschaft ihr Debutspiel gegen den FC Mariahilf in Österreich. Der Grund war eine Provokation, der Spielerinnen des FC Mariahilf. Diese zeigten beim Abspielen der vatikanischen Hymnen Protestbotschaften, welche die Haltung der Kirche hinsichtlich Abtreibung und Homosexualität kritisierten. Teils waren diese Botschaften auf die Körper der Frauen gemalt. Nach Rücksprache mit dem Nuntius verweigerten die vatikanischen Spielerinnen am Spiel teilzunehmen.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p>
<p>An sich ein kleiner Vorfall, der die Frage aufwirft wie politisch darf/soll Fußball sein. Diese Frage soll aber nicht die primäre sein. Vielmehr stellt sich die Frage wie darüber berichtet wurde und welchem Ethos die Publizierenden hierbei folgten. Auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse im Bereich Nachrichten titeln von den acht angezeigten Nachrichtenmedien, vier mit „Eklat“ (Kronen Zeitung, Kleine Zeitung, ORF, der Standard). Zwei andere Medien erweckten den Anschein, dass die Entscheidung nicht zu spielen, nicht von den Spielerinnen, sondern vielmehr von oben herab getroffen wurde („Skandal in Simmering: Der Vatikan pfiff seine Frauen zurück“ – Kurier; „Frauen-Fußball: der aufgemalte Uterus war dem Vatikan zu viel“ – welt.de). Ethisch problematisch ist, dass hier einer Institution offensichtlich mit einem Bild verknüpft wurde, dass es zumindest einzelnen Journalisten nicht erlaubte zu denken, diese Entscheidung sei nicht von oben herab.</p>
<p>Hinsichtlich Kirche und Berichterstattung gab es in dieser Woche ein zweites Beispiel, welches für Aufruhr sorgte. Das Nachrichtenmedium katholisch.de betitelte gestern den Bericht über die römische Fronleichnamsprozession mit „Papst: Jesus hat kein Brot vermehrt – er lehrte Menschen zu teilen“. Darauf hin brach in gewissen sozialen Medien ein Aufruhr aus, dass der Papst das Brotwunder – und die Speisung der 5000 revidiert habe. Dabei schaukelten sich zwei Seiten auf, jene die einen fundamentalen Bruch mit dem Evangelium verorteten und dem Papst Apostasie vorwarfen und jene die tatsächlich den Artikel gelesen hatten und der Gegenseite vorwarfen uninformierte Hardliner zu sein, an denen eine Reform der Kirche scheitern würde. Ungeachtet der Reaktionen ist die Frage zu stellen, ob das Nachrichtenmedium mit dem gewählten Titel nicht bewusst Unruhe stiftete. Möglicherweise in der Intention Aufmerksamkeit zu generieren, was ja auch gelang, trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass allein die Wahl des Titels Meinungen bildet und Konflikte verschärfen kann.</p>
<p>Ethisch stellt sich hier natürlich die Frage: Kann man von Journalisten verlangen ihre Titel und Artikel so anzupassen, dass diese möglichst wenig anecken? Natürlich nicht. Kann man von der Gegenseite verlangen, dass sie die Artikel effektiv lesen bevor sie sich eine Meinung bilden? Vermutlich ja, aber nicht mit Sicherheit. So stand auch in den meisten Berichten über das abgesagte Fußballspiel, dass die Spielerinnen nicht antreten wollten, trotzdem kam dieser Umstand nicht unbedingt in den Reaktionen der Menschen vor. Damit obliegt die Verantwortung bei beiden Seiten. Irreführende aber Aufmerksamkeit erregende Titel sind ebenso zu unterlassen, wie uninformiertes und oft auch polemisches Agieren in den Sozialen Medien. Hier kommt beiden Parteien eine besondere Verantwortung zu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Nachtrag vom 24.06.2021: Laut Twitter-User Sascha Düerkop (@SaschaDueerkop) wollte der Großteil der Mannschaft des Vatikan trotzdem spielen. <a href="https://twitter.com/SaschaDueerkop/status/1408038836798636037?s=20">https://twitter.com/SaschaDueerkop/status/1408038836798636037?s=20</a></p>
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		<title>Die Wurzel der Kirche ist Jesus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eule]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 11:46:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Theología]]></category>
		<category><![CDATA[Eule]]></category>
		<category><![CDATA[Graz]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; Kirche und Kapital ist eine Kombination die stets kritisch hinterfragt werden sollte. Wie soll Kirche mit Geld umgehen oder am Kapitalmarkt mitwirken? Sollte Kirche überhaupt so am Kapitalismus partizipieren? Eine Standortbestimmung, veranlasst durch das Symposion „Kirche im Kapitalismus“</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><em>Kirche und Kapital ist eine Kombination die stets kritisch hinterfragt werden sollte. Wie soll Kirche mit Geld umgehen oder am Kapitalmarkt mitwirken? Sollte Kirche überhaupt so am Kapitalismus part</em><em>izipieren? Eine Standortbestimmung, veranlasst durch das Symposion „Kirche im Kapitalismus“ vom 17./18. Mai 2019 in Graz.</em></p>
<p>Die Kirche ist als global agierende und auch</p>
<p>infrastrukturell geforderte Organisation mit der Notwendigkeit konfrontiert finanzielle Mittel zu akquirieren, zu distribuieren und schließlich auch zu investieren. Gerade in diesem Tun und den damit verbundenen werterhaltenden Gedanken, die verständlicherweise zumeist auch gewinnorientiert sind, ist Kirche der unmittelbaren Gefahr ausgesetzt, ihre eigentliche Sendung mitunter hinter die monetäre Sicherheit, oder gar den monetären Profit, anzustellen. Intuitiv einleuchtend ist, dass Kirche nicht Unternehmen sein soll, und dies auch laut ihres eigenen Selbstverständnisses nicht sein darf, sondern sich über ihren Dienst definieren soll. Wollte man Unternehmertum und Dienst zusammendenken, bietet sich das Bild des Dienstleisters an. Dieses würde den (auch dezidiert kapitalistischen) Umgang mit Geld scheinbar mit dem Anspruch, den Menschen zu dienen, harmonisieren. Die Einwände, die sich gegen ein solches Bild unmittelbar aufdrängen, sind gleich zweifach schwerwiegend: Man würde damit nicht nur Kirche zum Handelspartner reduzieren, sondern auch Sakrament zur Ware pervertieren.</p>
<p><strong>Marktdenken liegt in der Funktionsweise von Diskurs</strong></p>
<p>In einer merkantilistisch geprägten Gesellschaft drängt sich scheinbar das Verlangen auf, die Prinzipien des Marktes – Angebot und Nachfrage, Wert und Gegenwert – auf die politische, soziale und sogar die religiös-spirituelle Ebene des Seins anzuwenden. Die Anbiederung der Politik an marktwirtschaftliche Prinzipien beispielsweise liegt unter anderem in der Funktionsweise von politischem Diskurs und der Definition von politischem Erfolg begründet: Erfolgreich ist, wer seine Agenden, auch gegen Widerstand, durchzusetzen vermag. Zu diesem Zwecke ist es dienlicher, ein Tauschgeschäft, den klassischen Kuhhandel, einzugehen, bei dem ja ein wechselseitiger Gewinn (einmal für einen selbst, dann für den Handelspartner) entsteht, als einen Kompromiss zu finden, der beide Seiten zu Verlierern macht. Auf zwischenmenschlich-sozialer Ebene hat man längst begonnen, einen Beziehungsmarkt zu erschließen, an dem man sich selbst unter Anpreisung seiner Qualitäten neben andere stellt und selbst auch nach eigenen Präferenzen gustiert und schließlich „einkauft“. Partneragenturen und Dating-Sites leben von diesem Prinzip der Selbstvermarktung, das in nur zwei Generationen die Entstehung von Beziehungen und sozialen Kontakten maßgeblich verändert, ja ins Absurde verkehrt hat. Schließlich bleibt die Religion, und gerade in ihr die Frage, wie viel Markt und Wirtschaftlichkeit der Kirche als Vertreterin einer Religion zuzubilligen ist – oder besser – zuzumuten ist. Wo auch immer Kirche nur in den Verdacht gerät, ihre Lehre, ihr Evangelium und ihre Sakramente zu Handelswaren verkommen zu lassen, müsste schon allein aus Liebe zu dieser Kirche und ihrer Botschaft Widerstand gegen die verdächtigen Handlungsweisen erwachsen. Dieser Widerstand darf dabei aber nicht auf das Volk, oder wohlmeinende Theologen, beschränkt sein. Vielmehr ergeht die Pflicht zum Widerstand gegen die „Verwirtschaftung“ der Kirche aus dem Evangelium Christi und damit an alle, die im Lichte dessen ihr Leben gestalten. In besonderer Weise jedoch kommt diese immanent-implizite Verpflichtung des Evangeliums den Priestern und Amtsträgern der Kirche zu.</p>
<p><strong>Um tätig zu bleiben, bedarf es eines Geldbeutels</strong></p>
<p>Ist also jede wirtschaftsorientierte Entscheidung der Kirche per se abzulehnen und im Widerspruch mit dem Ideal der Kirche der Armen zu sehen? Jesus selbst hatte doch schließlich keinen Geldbeutel. So anziehend und erfrischend dieser Gedanke auch scheinen mag, so realitätsfern ist er auch. Die Kirche muss, um tätig bleiben zu können, monetäre Agitationen betreiben. Trotzdem sollte sich die Kirche wohl wieder auf ihre Wurzeln besinnen. Denn auch wenn Jesus keinen Geldbeutel hatte, so verwalteten doch die Jünger eine Gemeinschaftskasse. Aber sie suchten niemals Reichtum, denn „selig, die Armen vor Gott, ihnen ist das Himmelreich.“</p>
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