Evangelium: Ende der Welt?

In der Rede von den Letzten Dingen warnt Jesus seine Jünger davor, allen möglichen Endzeit-Ängsten zu verfallen. Am Gedenktag des hl Andreas Dung-Lac (und von über 100 Märtyrern im Vietnam) bietet …

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In der Rede von den Letzten Dingen warnt Jesus seine Jünger davor, allen möglichen Endzeit-Ängsten zu verfallen. Am Gedenktag des hl Andreas Dung-Lac (und von über 100 Märtyrern im Vietnam) bietet die Bahnlesung Anlass um inne zu halten. Und darüber nachzudenken, worauf wir im Letzten hoffen.

Die Seuche ist nicht das Ende. Auch wenn der Abschnitt im heutigen Evangelium manchmal dahin gehend gelesen wird: Das Evangelium führt nicht eine To-do-Liste Gottes an. Jesus sagt den Jüngern nicht, dass wenn Hungersnöte, Naturgewalten, Kriege und andere “schreckliche Dinge” geschehen, dass dann der jüngste Tag anbricht. Wäre dem so, hätte die Welt schon öfter untergehen müssen.

Tatsächlich will er die hartnäckige Nachfrage der Jünger zurückweisen: Sie wollen unbedingt wissen, wann der Tempel zerstört werden wird. Was für jüdische Ohren gleichbedeutend gewesen sein muss wie die Ankündigung des Endes der Welt. Die zunächst ausweichende Antwort des Meisters weist darauf hin, dass es Fragen gibt, die der glaubende Mensch, die der Jünger nicht stellt: Und zwar weil es zu unserem Glauben gehört, dass wir in Letzten Fragen die Antwort dem allmächtigen Gott überlassen. Dass alles, was Menschen bauen, alles worin sie investieren, auch zerstört werden kann. Natürlich empfiehlt Jesus keine teilnahmslose Schicksalsergebenheit: Das Vertrauen in Gottes Macht hat einen präzisen Zweck – wie Franz von Assisi auch in seiner Vater-Unser-Auslegung formuliert: „Dein Wille geschehe, damit wir Dich lieben und damit wir den Nächsten wie uns selbst lieben indem wir alle nach Kräften zu Deiner Liebe hinziehen“. Am Ende werden wir nach diesem missionarischen Auftrag gefragt werden. Es ist diese Haltung, mit der Andreas Dung-Lac und über 100 andere Christen Mitte des 19. Jhdts der andauernden Verfolgung im Vietnam standhalten konnten, auch wenn sie schlussendlich getötet wurden. Ohne dieses Grundvertrauen gibt es kein Zeugnis: Überlassen wir getrost die Frage nach den Letzten Dinge dem Allmächtigen und sorgen uns lieber um jenen Auftrag, nach den Er uns einmal fragen wird. Die Seuche ist nicht das Ende. (mtz)

 

Lesung und Evangelium vom Dienstag der 34. Woche im Jahreskreis

 

 

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windl@turmderwinde.eu

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